Winzer im Weingarten ausgeraubt: Prozess in Eisenstadt vertagt
In Eisenstadt sind am Dienstag zwei Männer vor Gericht gestanden, die im Februar 2025 einen Winzer in seinem Weingarten in Gols (Bezirk Neusiedl am See) ausgeraubt haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, den Mann mit einer Pistole bedroht und ihm Auto, Handy und Uhr gestohlen zu haben.
Während sich der Erstangeklagte schuldig bekannte, bestritt der Zweitangeklagte, dabei gewesen zu sein. Zur Auswertung weiterer Beweise wurde der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt.
Laut Anklage sollen die beiden syrischen Staatsbürger - sie sind Cousins und wohnen seit mehreren Jahren in Deutschland - mit einem maroden Fahrzeug auf dem Weg nach Ungarn gewesen sein. Den Winzer, der im Weingarten mit dem Rebschnitt beschäftigt war, dürften sie zunächst um Wasser gebeten haben, um den Motor ihres Autos zu kühlen.
In weiterer Folge sollen sie jedoch begonnen haben, den Mann zu bedrängen und Geld zu fordern, wobei einer auch eine Pistole zückte. Letztlich nahmen sie laut Staatsanwaltschaft Autoschlüssel, Handy und Uhr an sich und fuhren - einer mit dem eigenen und der andere mit dem Pkw des Winzers - davon.
Später dürften beide in das gestohlene Fahrzeug umgestiegen sein. Gefunden wurde dieses einige Tage später im ungarisch-serbischen Grenzgebiet in einer "typischen Schlepperortschaft", wie die Staatsanwältin betonte.
21-Jähriger gestand vor Gericht, 24-Jähriger nicht
Der 21-jährige Erstangeklagte zeigte sich vor Gericht geständig, wollte zu seinem Komplizen jedoch keine Angaben machen. Gemeinsam habe man Urlaub in Ungarn machen wollen, auf dem Weg dorthin sei aber das Auto kaputt geworden, weshalb sie das des Winzers an sich genommen hätten. Die Pistole - laut seiner Aussage eine Softgun - habe nicht er gezückt. "Ich fand das unnötig, weil wir waren zwei Leute und das Opfer war alleine." Das Handy und die Uhr hätten sie später weggeworfen.
Zweitangeklagter will nichts gewusst haben
Der 24-jährige Zweitangeklagte gab an, zum Tatzeitpunkt noch gar nicht in Österreich gewesen zu sein. Er sei mit einem anderen Bekannten mitgefahren und habe seinen Cousin erst später in Ungarn getroffen. Seine DNA-Spuren im gestohlenen Auto erklärte er damit, dass er während des Aufenthalts in Ungarn mitgefahren sei, aber nichts von dem Raub gewusst habe.
Zur Klärung sollen nun unter anderem weitere DNA-Spuren an Jacke und Handy des Opfers ausgewertet werden. Neue Erkenntnisse erhofft sich das Schöffengericht auch aus Ungarn, wo wegen eines eine Stunde nach dem Raub gestohlenen Kastenwagens ermittelt wird. Auch in diesem Fall dürften die Angeklagten zu den Verdächtigen gehören.
Kommentare