Pflegeheim "Rosengarten": Ex-Geschäftsführerin sieht Schuld bei Steuerberater und Nachfolgerin
„Ich bin nicht schuldig“, sagt die zierliche Frau Magister, die am Montag im Landesgericht Eisenstadt auf der Anklagebank Platz nehmen muss. Sie sei, so die immer wieder mit den Tränen kämpfende 64-Jährige, „bis heute vollkommen entsetzt, dass diese Situation nicht verhindert werden konnte“.
Wegen „dieser Situation“ sitzt die von Ernst Schillhammer verteidigte frühere Geschäftsführerin und Alleingesellschafterin des im November 2023 in die Insolvenz geschlitterten Pflegeheims „Rosengarten“ in Bad Sauerbrunn vor einem Schöffengericht. Das Land hatte Ende 2023 eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt.
Die Anklägerin wirft der Wienerin betrügerische Krida und grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wie sehr, versucht die nunmehrige Pensionistin in einer von ihr verlesenen Stellungnahme zu untermauern.
Das Pflegeheim, das sie 2010 erworben und mehrmals ausgebaut habe, „ist ein wesentlicher Teil meines Lebens“. Mehr noch: Sie habe „mehrere Millionen Euro investiert, einen wesentlichen Teil meines Vermögens“. Am Ende wurden 51 Pflegebedürftige von 26 Dienstnehmern betreut.
13 Jahre gut gegangen
Weil nach der vom Land geforderten Umstellung auf Gemeinnützigkeit eine Ausschüttung an private Pflegeheimbetreiber nicht mehr möglich gewesen wäre, habe ihr der Steuerberater davor dazu geraten. Schließlich habe sie das Heim mit ihrem Geld auf- und ausgebaut, rechtfertigt sich die Wienerin.
Überhaupt habe sie 13 Jahre lang gemacht, wozu ihr Steuerberater ihr geraten habe. Das Verhältnis zu ihm sei „familiär“ gewesen, erinnert sich die Ex-Geschäftsführerin – mittlerweile hat sie den Steuerberater gewechselt.
Einen Fehler sieht sie im Nachhinein auch in der Auswahl ihrer Nachfolgerin als DGW-Geschäftsführerin, die wenige Wochen nach Amtsantritt die Insolvenz angemeldet hat. Dass das notwendig war, bezweifelt die Angeklagte, denn sie hätte der DGW „sicher 150.000 Euro zuschießen können“.
Für Zeugenbefragungen wurde vertagt.
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