Passionsspiele: Letzte Vorbereitungen für Mirjams großen Auftritt
Mirjam (Renée Gallo-Daniel) erzählt die Geschichte Jesu neu.
Noch wird geschraubt, gefeilt und geprobt. Auf der Ruffinibühne im Steinbruch von St. Margarethen laufen die letzten Vorbereitungen für eines der größten Kulturereignisse im Burgenland, das nur alle fünf Jahre stattfindet.
Kommenden Samstag (23. Mai) feiert die Jubiläumsproduktion der Passionsspiele Premiere – und die fällt zum 100-jährigen Bestehen bewusst anders aus.
Jesus (Rupert Kugler) bei der Bergpredigt.
Mit „Mirjam – Stark wie der Tod ist die Liebe“ erzählen die Passionsspiele die Leidensgeschichte Christi erstmals aus der Sicht von Maria Magdalena. Im Mittelpunkt steht damit eine Frau, die in der traditionellen Darstellung meist im Hintergrund blieb.
Rund 500 Mitwirkende haben in den vergangenen Wochen an der Neuinszenierung gearbeitet, Bühnenbilder errichtet, Kostüme angepasst und den Steinbruch für die Spielzeit vorbereitet. Fast 50 Probentage liegen hinter dem Ensemble.
Erfahrenes Team
Die Titelrolle der Mirjam übernehmen Renée Gallo-Daniel und Iris Klemenschitz, Jesus wird erneut von Andreas Schalling und Rupert Kugler dargestellt. Regie und Bühnenbild verantwortet Manfred Waba, die Musik stammt von Albin Rudisch. Pfarrer Richard Geier, seines Zeichens Spielleiter und Autor der Passionsspiele, über den Perspektivenwechsel in der Jubiläumsproduktion: „Eine Frau rückt in den Mittelpunkt, die sehr wichtig im Leben Jesu war: Maria Magdalena. Das ist eine Sicht, die in der männerdominierten Kirche bisher vernachlässigt wurde.“
Für den Regisseur Manfred Waba, der bereits vor 30 Jahren seine erste Oper im Steinbruch inszenierte, schließt sich mit den Passionsspielen 2026 ein Kreis. Waba zeigt sich vor allem von der Leidenschaft der Laiendarsteller beeindruckt: „Ich bewundere aus tiefstem Herzen alle Mitwirkenden, die mit Freude, Einsatz und tiefer Überzeugung ihre Freizeit opfern.“
Vom Bauernhof zum Steinbruch
Die Geschichte der Passionsspiele reicht bis 1926 zurück. Damals wurden sie erstmals von Jugendlichen der Pfarre St. Margarethen aufgeführt – zunächst auf einem Bauernhof, später im Pfarrgemeindehaus. Seit 1961 wird im Römersteinbruch gespielt. Nach mehreren Neuinszenierungen und dem Umzug auf die kleinere Ruffinibühne 2016 markiert „Mirjam“ nun den Beginn einer neuen Ära.
Gespielt wird von 23. Mai bis 12. Juli jeweils an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.
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