Politische Posse um die Überweisung eines ÖVP-Bürgermeisters
Von Gernot Heigl
Im Zusammenhang mit der privaten Überweisung offener Bedienstetengehälter durch Ollersdorfs Bürgermeister Bernd Strobl (ÖVP) kündigte die SPÖ eine politische „Bombe“ an, die nun geplatzt ist.
Allerdings ist die „brisante Enthüllung“ eher skurril als explosiv.
Wie der KURIER berichtete, überwies Ortschef und ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl am 16. Jänner insgesamt 69.000,53 Euro aus eigener Tasche, um offene Gehälter für Gemeindearbeiter und Kindergartenpädagoginnen bezahlen zu können. Ebenso Abgaben an Sozialversicherung und Finanzamt.
Notwendig war dies deshalb, weil die Gemeinderatssitzung am 30. Dezember von den SPÖ-Mandataren boykottiert worden war, es deshalb keinen Budgetvoranschlag gab und die Gemeinde weder das nötige Geld hatte, noch einen Kassenkredit aufnehmen durfte, so Bernd Strobl.
Um Strobls Überweisung ist eine politische Posse entbrannt.
Seitens der SPÖ hieß es konträr dazu, dass der Ortschef sogar Geld bei einer Bank hätte aufnehmen müssen, wie das in 30 anderen burgenländischen Gemeinden auch gemacht worden ist. Ein laufender Rechtsstreit.
Die politische „Bombe“ sehen SPÖ-Politiker nun darin, dass die Behauptung Strobls, er habe das Geld für die offenen Gehälter auf das Konto der Gemeinde transferiert, nicht stimme.
Direktüberweisung ein Problem?
„In Wahrheit hat der Bürgermeister nämlich von seinem privaten Konto direkt auf die Konten der Bediensteten überwiesen“, so ein roter Mandatar – der sich in der Zeitung nicht zu erkennen geben möchte.
Weiter heißt es: „Das sei gegen alle gesetzlichen Regeln. Deshalb werden oder haben schon einige Bedienstete die Summe zurückbezahlt, weil sie ja nicht wissen können, warum sie von einer Privatperson Geld bekommen.“
Strobl dazu: „Ja, es ging direkt von mir zu den Bediensteten, damit die schnell ihr ausstehendes Gehalt erhalten. Ich habe mein Konto noch nicht angeschaut und weiß daher nichts über Rücküberweisungen. Aber grundsätzlich kann ja jeder mit seinem Geld machen, was er möchte.“
Ein Gemeindebediensteter versteht die Aufregung nicht: „Wer mir mein Geld überweist, ist mir doch egal. Hauptsache, es ist auf meinem Konto.“
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