ÖVP Burgenland fordert flächendeckende Asbest-Kontrollen
In der Causa rund um eine festgestellte erhöhte Belastung mit krebserregenden Asbestfasern im Burgenland wartet die oppositionelle ÖVP mit einer Forderung nach verschärften Maßnahmen auf. Die Volkspartei verlange "umgehend flächendeckende und umfassende Kontrollen im ganzen Burgenland", erklärte Landesparteiobmann Christoph Zarits in einer Aussendung am Samstag. Es brauche die rasche Erkennung von Gesundheitsrisiken und transparente Aufklärung.
Die Burgenländer hätten zudem ein "Recht auf Sicherheit und klare Informationen", sagte der Landesparteichef und Nationalratsabgeordnete. Die derzeitige Situation verunsichere viele Menschen.
Ins Visier nahm Zarits indes insbesondere Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) und deren Vorgehen in ihrem Verantwortungsbereich. "Bedenklich ist, dass es bereits vor rund einem halben Jahr erste Anzeichen für eine erhöhte Asbest-Belastung im Südburgenland gegeben hat", meinte der ÖVP-Chef. Gerade bei einem "Gesundheitsrisiko dieser Größenordnung" brauche es frühzeitige Konsequenz, klare Zuständigkeiten und ein transparentes Krisenmanagement.
Asbestbelastung im Gestein festgestellt
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte vergangene Woche eine Analyse veröffentlicht, bei der an neun Standorten in Rechnitz, Oberwart und Neumarkt im Tauchental eine Asbestbelastung im Gestein festgestellt wurde. Diese Woche kamen drei Standorte hinzu. Betroffen waren dabei der Spielplatz der Fast-Food-Kette McDonald's in Oberpullendorf, der Asfinag-Rastplatz Mogersdorf auf der S7 und der Businesspark Steinberg-Dörfl. McDonald's ließ daraufhin den Schotter vom Spielplatz entfernen. Die Asfinag sperrte den Rastplatz.
Das Land richtete am Montag unterdessen eine Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" ein, die die Belastung mit krebserregenden Asbestfasern in der Luft erheben soll. Denn es sei nicht das Vorhandensein von Asbest im Gestein ausschlaggebend, sondern die Belastung in der Luft bzw. inwiefern die Fasern freigesetzt werden, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Die Taskforce soll die Belastung in der Luft erheben und daraus etwaige Maßnahmen ableiten. Hinweise auf eine akute Gesundheitsgefährdung gebe es keine, unterstrich Doskozil. Der Landeschef wies auch die Kritik von Greenpeace mehrfach zurück, wonach "wochenlange Luftmessungen" nicht ausreichend seien, um mögliche Risiken abzuwenden. Die Umweltschutzorganisation hatte Sofortmaßnahmen des Landes verlangt.
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