© Gernot Haider

Chronik Burgenland
07/14/2020

Neufelder See: Wasserrettung durch den Hund

Gernot Haider trainiert mit Phoebe am Neufelder See, seine Frau Claudia unternimmt erste Übungsversuche mit Esmeralda.

Hunde spielen in der Familie von Gernot Haider und seiner Frau Claudia Haider-Kasztler eine tragende Rolle. Und das wohl im wahrsten Sinne des Wortes: Phoebe, die weiße Schäferhündin Gernot Haiders, lernt gerade, wie man Menschen im Ernstfall aus dem Wasser zieht.

Künftig könnte Phoebe als angehende Wasserrettungshündin Gesellschaft bekommen: Auch Claudia Haider-Kasztler versucht, ihre holländische Schäferhündin Esmeralda die Arbeit im Wasser beizubringen.

Vor etwa zwei Jahren hat der 46-jährige EDV-Techniker mit seiner Hündin „Hopeful Phoebe of White Eagle“, wie Phoebe mit vollem Namen heißt,  die Ausbildung bei der österreichischen Hundewasserrettung (ÖHWR) begonnen.

20 Vollmitglieder gibt es bundesweit, im Burgenland ist Phoebe der erste Vierbeiner, der zum Wasserrettungshund ausgebildet wird. Zwischen drei und fünf Jahren dauert die „Schulzeit“.

"Dienst" am Neufelder See

Haider ist ehrenamtlicher Mitarbeiter der Wasserrettung in der Einsatzstelle Pöttsching. Bereits zwei Mal haben Phoebe und ihr Herrchen schon Dienst am Neufeldersee verrichtet. Das wird auch künftig ihr Einsatzgebiet sein. Aber auch bei den Bootsdiensten in Oggau soll die Hündin ihren Besitzer künftig begleiten.

Die nächste Prüfung haben Phoebe und er im August. Jede Woche wird geübt. Einzige Schwierigkeit: „Heuer waren wir wegen Covid-19 beim Training leider etwas eingeschränkt.“

Bisher sei es bei seinen Diensten im Bereich der Wasserrettung zum Glück ruhig gewesen, fügt Gernot Haider hinzu. „Ich habe das Gefühl, die Badegäste werden disziplinierter.“

Was der Vorteil des tierischen Einsatzes im Wasser ist? „Hunde sind sehr schnell einsatzbereit. Beträgt die Temperatur unter 16 Grad Celsius, muss der Mensch einen Kälteschutzanzug anziehen. Das braucht ein Hund nicht.“ Die Vierbeiner können Menschen in Schwimmnot oder bewusstlos im Wasser Treibende an Land ziehen, wo der Hundeführer mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnt. Außerdem werden die Hunde u. a. trainiert, Boote zu bergen und Rettungsringe zu Personen im Wasser zu bringen.

Als Wasserretter sei prinzipiell jeder Hund geeignet, der eine gewisse Größe habe und nicht wasserscheu ist.

Die Liebe zu den Vierbeinern teilt auch Haiders Frau Claudia. Gemeinsam hat das Paar vier Hunde. Seit 2010 ist die studierte Pädagogin selbstständige Hundetrainerin.

Schwerpunkte in der Arbeit mit den „Klienten“ sind u. a. Leinenführigkeit, Ängstlichkeit oder die Überwindung aggressiven Verhaltens. Aber auch Ernährungsberatung für Hunde bietet sie an. „Ich wollte mich dann auch rettungstechnisch mit dem Hund engagieren“, sagt Haider-Kasztler.

In der Rettungshundestaffel in Schwechat (NÖ) hat sie als Ehrenamtliche eine Ausbildung mit ihrem Vierbeiner im Bereich der Flächensuche absolviert. Inspiriert durch die Arbeit ihres Mannes, wagt Haider-Kasztler nun mit ihrer holländischen Schäferhündin Esmeralda auch erste Versuche im Wasser.

„Es ist sehr lustig, Esmeralda springt gerne. Jetzt schauen wir einmal, wie sich das weiter entwickelt.“Sie selbst habe bereits die ersten Schritte getan und die Prüfung zur Rettungshelferin für den Einsatz im Wasser absolviert.

Trainieren kann das Ehepaar gemeinsam – künftig könnte das Quartett auch gemeinsam Dienst am Neufelder See versehen.

Infos:

www.b.owr.at,www.oehwr.at

www.canissimo.at

Wasserrettung: Ehrenamtliche Arbeit

Die Österreichische Hundewasserrettung (Öhwr) ist eine Einsatzorganisation, die es  sich zum Ziel gesetzt hat, mithilfe von Hunden Menschenleben zu retten. Dazu bildet sie Hunde zu Rettungshunden und Menschen zu Rettungshundeführern aus. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. Seit 2006 existiert die Österreichische Hundewasserrettung als eigener, verbandsunabhängiger Verein.


Die Österreichischen Wasserrettung Landesverband Burgenland (B.Owr) hat drei Einsatzstellen in Pöttsching, Oggau und Jennersdorf. Etwa  5.200 Einsatzstunden leisteten die  ehrenamtlichen Mitglieder  2019 auf dem Neusiedler See, dem Steinbrunner See und dem Neufelder See.  Im Vorjahr wurden 130 Rettungsschwimmer im zivilen Sektor ausgebildet und 250 Schwimmausbildungen in verschiedenen Stufen durchgeführt. Bei den  Einsätzen der Wasserrettung Burgenland im Vorjahr  hatte es  keine schweren Verletzungen und keinen einzigen Todesfall gegeben.

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