Lehrer soll Kollegin vergewaltigt haben: Prozess in Eisenstadt

Sexuelle Handlungen oder Vergewaltigung? Ein 60-jähriger Lehrer bestreitet die Vorwürfe einer deutlich jüngeren Kollegin.
Eine Justitia-Statue mit Augenbinde und Waage steht vor einem roten Hintergrund.

Zusammenfassung

  • 60-jähriger Lehrer steht in Eisenstadt vor Gericht, weil er eine 25-jährige Kollegin auf einer Sportwoche vergewaltigt haben soll.
  • Der Angeklagte spricht von einvernehmlichen sexuellen Handlungen, während die Kollegin angibt, sich verbal und körperlich gewehrt zu haben.
  • Der Lehrer wurde nach der Anzeige suspendiert; ein Urteil wird am Nachmittag erwartet.

Ein 60-jähriger Lehrer ist am Dienstag in Eisenstadt vor Gericht gestanden, weil er im Juni 2025 auf einer Schulsportwoche im Nordburgenland eine Kollegin vergewaltigt haben soll. Der Angeklagte bestätigte, dass es am Abend, als die Schülerinnen und Schüler auf ihren Zimmern waren, zu sexuellen Handlungen gekommen sei. Diese seien jedoch einvernehmlich gewesen, beteuerte er.

Gemeinsam mit drei Kollegen habe er auf der Sportwoche zwei Klassen beaufsichtigt. Nach einer Besprechung am Abend seien die Lehrer jeweils zu zweit zu ihren Zimmern zurückgegangen. Dabei habe sich mit der 35 Jahre jüngeren Kollegin, mit der er ein freundschaftliches Verhältnis gehabt habe, ein intimes Gespräch ergeben. Um ihr eine "erotische Geschichte" zu Ende zu erzählen, habe er sie noch in sein Zimmer eingeladen, wo es dann zu sexuellen Handlungen gekommen sei.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Die Frau, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, gab an, das nicht gewollt zu haben. Anfangs sei sie zu perplex gewesen, dann habe sie sich verbal und später auch körperlich gewehrt. Er habe jedoch zunächst nicht aufgehört und erst später von ihr abgelassen. 

Der Angeklagte bestätigte nur ein "vehementes Stopp", nach dem er sofort aufgehört habe. "Ich habe niemals gegen den Willen einer Person oder mit Gewalt etwas getan", beteuerte er.

60-Jähriger wurde suspendiert

Am nächsten Tag in der Früh seien die beiden anderen Kollegen aufgebracht vor seiner Tür gestanden, nachdem sich die 25-Jährige ihnen anvertraut hatte. Der 60-Jährige wurde noch am selben Tag suspendiert. Er gestand zu, teilweise "blöde Sprüche" zu klopfen. Dass diese - so die Aussage einer Zeugin - auch sexistisch seien, bestritt er.

Auch die Nachfrage der Richterin, ob er nie Zweifel daran gehabt habe, dass eine 25-Jährige, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebe, etwas von ihm wolle, verneinte er. Ein Urteil könnte am Nachmittag fallen.

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