© Cselley Mühle

Improvisation
04/21/2020

Kleine Kulturhäuser kämpfen mit großen Herausforderungen

Die pannonische Traditionsbetriebe schildern ihr geplantes Alternativprogramm für die kommenden Monate.

von Claudia Koglbauer-Schöll, Roland Pittner

Das Coronavirus verändert alle Bereiche des Lebens im Land. Auch die Kulturszene hat mit den Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie zu kämpfen.

„An einen Normalbetrieb ist nicht zu denken“, sagt Alfred Masal, Geschäftsführer des Offenen Hauses Oberwart (OHO). Alle Veranstaltungen wurden abgesagt, das Haus ist geschlossen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit.

„Es fließen zwar weiter Subventionen, aber wir können nur abrechnen, was geleistet wird.“ Einige Produktionen der Kulturstätte können Interessierte übers Internet anschauen.

Große Theaterproduktionen oder Vernissagen werde es nicht geben.

„Nach dem Verdauen des Shutdowns, überlegen wir jetzt digitale Projekte mit Künstlern zu gestalten“, sagt Masal.

Kleinere Veranstaltungen im Sommer

Auch kleinere Veranstaltungen im Sommer hält Masal für denkbar, natürlich unter Einhaltung aller geforderten Sicherheitsmaßnahmen.

„Die Menschen werden nicht wegfahren können und wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, etwas anderes zu erleben, als die eigenen vier Wände.“

Dabei denkt er an Lesewanderungen und ähnliche Events. Denn die Großveranstaltungen, für die das Offene Haus im Herbst gemietet wurde, könnten komplett ausfallen, was finanzielle Folgen hätte.

"Die Verzweiflung ist groß"

Auch in der Cselley Mühle in Oslip steht Geschäftsführerin Eveline Lehner vor großen Herausforderungen.

In den vergangenen 44 Jahren, seit Gründung der Kultureinrichtung, habe man immer wieder Herausforderungen meistern  müssen, sagt Lehner.

„Das Improvisieren, das ist auch eine Stärke von uns.“ Doch jetzt sei man in der „Mü“ mit dem Latein am Ende. „Die Verzweiflung ist wirklich groß.“

Nicht nur sämtliche Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Auch der Gastrobetrieb  steht notgedrungen still.

Auch Gastronomiebetrieb ist zu

„Erst heute bekam ich eine Absage für eine geplante Hochzeit mit 150 Personen“, sagt Lehner. In beiden Bereichen – der Kultur und der Gastronomie – gebe es einen Ausfall von 100 Prozent. 

Drei Mitarbeiter wurden zur Kurzarbeit angemeldet. Während Dorfwirtshäuser ihre Speisen zum Abholen anbieten könnten, würde sich das für die Cselley Mühle wohl nicht lohnen. Ein Besuch im Restaurant sei hier mit dem Besuch einer Veranstaltung verbunden.

Events "im kleine Rahmen"

Jetzt plant die Geschäftsführerin im Sommer Events „im kleinen Rahmen“.

Töpfer-, Mal- und Musikevents sollen in der "Mü" stattfinden - natürlich auch unter strengen Sicherheits- und Hygienevorkehrungen.

Von digitalen Programmen ist Lehner indes wenig begeistert: „Das kann nicht die soziale Komponente im Kulturbetrieb ersetzen.“

Kultur via Internet

Auch in der Kuga, der kroatisch-burgenländischen Kult(ur)-Einrichtung im mittelburgenländischen Großwarasdorf, sind die Pforten geschlossen.  

„Das wird zumindest bis September so bleiben“, sagt Kuga-Chef Manuel Bintinger.

Denn das Abhalten von Veranstaltungen wäre im vorhandenen Saal ob der Auflagen nur mit etwa 20 Besuchern möglich.

Dass sich das ökonomisch nicht rechnet, liege auf der Hand.

Kuga-Produktionen in digitaler Form zu sehen

Die Liquidität der Einrichtung sei jedenfalls gegeben: „Wir erhalten zwar Förderungen, aber diese decken nur einen Teil der Fixkosten, die ja weiterhin bestehen, sagt Bintinger.

Um die Durststrecke zu überwinden, hat man eine Alternative in petto: „Wir wollen demnächst  vorhandene Kuga-Produktionen in digitaler Form zeigen.

Infos:

www.kuga.at

www.cselley-muehle.at

www.oho.at

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