© APA/ORF/ROMAN ZACH-KIESLING

Chronik Burgenland

Kein ORF-Landesdirektor von Doskozils Gnaden

Die Nachwehen der Wahl von Werner Herics zum ORF-Chef

von Thomas Orovits

09/28/2021, 07:00 AM

Zu den Verlierern wollte Hans Peter Doskozil auf gar keinen Fall gehören. Deshalb stimmte der burgenländische ORF-Stiftungsrat Werner Dax am Ende doch dem Vorschlag von ORF-General Roland Weißmann zu, Werner Herics für weitere fünf Jahre zum ORF-Landesdirektor zu bestellen. Das Gesamtpaket der Landesdirektoren wurde vom Stiftungsrat mit 34 von 35 Stimmen abgesegnet, nur eine unabhängige Rätin hatte sich enthalten.

Zuvor hatte sich der absolut regierende rote Landeshauptmann eingestehen müssen, dass seine Macht jenseits der Leitha auf eine weit stärkere Gegenmacht stößt und sein Favorit für den Posten des Landesdirektors, Walter Schneeberger, im türkis dominierten ORF-Stiftungsrat hochkant durchfallen würde.

Im roten Lager hört man seither die Klage, die frühere langjährige ORF-Mitarbeiterin und jetzige ÖVP-Nationalrätin Gaby Schwarz habe Schneeberger „verhindert“. Die muss auf KURIER-Anfrage ob dieser ihr zugeschriebenen Machtfülle schmunzeln und sagt: „Der Generaldirektor schlägt dem Stiftungsrat die Direktoren vor und der Stiftungsrat entscheidet darüber. Die Politik hat damit nichts zu tun“.

12 Tage sind seit der ORF-Wahl vergangen, aber noch weiß keiner so recht, wie es jetzt im Eisenstädter Funkhaus weitergeht.

Dass ein Landeshauptmann mit seinem Wunschkandidaten für die ORF-Landesspitze de facto abblitzt, ist zumindest im Burgenland in den vergangenen Jahrzehnten nicht vorgekommen. Entsprechend gespannt darf man auf Doskozils – mehr oder weniger subtile – Reaktion sein.

Dazu kommt die Gemengelage im Landesstudio selbst. Neben Herics und Schneeberger, die schon 2016 gegeneinander angetreten waren, hatten sich mit Burgenland-Heute-Moderatorin Elisabeth-Pauer Gerbavsits, Politik-Redakteurin Patricia Spieß und Programmchefin Ursula Hofmeister drei weitere Mitarbeiterinnen um den Top-Job beworben. Vor allem die weitere Zusammenarbeit zwischen Herics und Schneeberger scheint Kennern der Umstände „furchtbar schwierig“ zu werden. Zumal der zweimal unterlegene und um fünf Jahre ältere Schneeberger im Alltagsgeschäft an den Schalthebeln sitzt und versucht sein könnte Herics zu zeigen, wo „die Musik spielt“.

Insofern verwundert es auch, dass Doskozil Schneeberger, beileibe kein Feind der Roten, zum Landesdirektor machen wollte. Beim nachfolgenden Chefredakteur hätte er das gewiss nicht mehr voraussetzen können.

ein ActiveCampaign Newsletter Widget Platzhalter.

Wir wĂĽrden hier gerne ein ActiveCampaign Newsletter Widget zeigen. Leider haben Sie uns hierfĂĽr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte ActiveCampaign, LLC zu.

Jederzeit und ĂĽberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Liebe Community,

Mit unserer neuen Kommentarfunktion können Sie jetzt an jeder Stelle im Artikel direkt posten. Klicken Sie dazu einfach auf das Sprechblasen-Symbol rechts unten auf Ihrem Screen. Oder klicken Sie hier, um die Kommentar-Sektion zu öffnen.

Kein ORF-Landesdirektor von Doskozils Gnaden | kurier.atMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat