© APA/ROBERT JAEGER

Chronik Burgenland
08/05/2021

Grenzschutz: Zehn Kilometer Zaun für 400 Kilometer Grenze

Bis 1.400 Polizisten und Soldaten im Einsatz. Zaun nur Leitsystem.

von Thomas Orovits

Angesichts der 300.000 Flüchtlinge, die 2015 weitgehend unregistriert über das Burgenland nach Österreich gekommen sind, scheint die aktuelle Lage an der pannonischen Außengrenze zu Ungarn, der Slowakei und zu Slowenien unspektakulär. Rund 5.500 Flüchtlinge sind heuer bis Ende Juli an der burgenländischen Grenze aufgegriffen worden.

Dennoch wird die Grenzsicherung weiter verstärkt. Schon bisher haben knapp 600 Soldaten die etwa 400 Polizisten unterstützt, die zur Sicherung der Grenze inklusive Registrierung der Flüchtlinge abgestellt sind.

Von den von Innenminister Karl Nehammer und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (beide ÖVP) vor knapp zwei Wochen angekündigten maximal 400 zusätzlichen Assistenzsoldaten, sind bereits 170 im Burgenland stationiert. Neben dem Jägerbataillon 25 aus Klagenfurt auch ein Kontingent aus der Steiermark – je ein Zug vom Jägerbataillon 18 in St. Michael und vom Aufklärungsbataillon in Feldbach.

Junge Männer

„Damit können wir die grüne Grenze gut überschauen“, sagt Major Robert Kulterer, Sprecher des Militärkommandos Burgenland. Zum Einsatz kommen auch technische Hilfsmittel, wie Wärmebildkameras und Drohnen. Denn, so der stellvertretende Landespolizeidirektor Werner Fasching: „Auch unser Gegenüber beobachtet uns“. Das Gegenüber sind Schlepper, die Flüchtlinge bis an die Grenze bringen.

Kein Thema sind derzeit Grenzzäune – die ohnehin nicht der Abwehr, sondern der Kanalisierung eines massiven Flüchtlingszustroms dienen würden. Schon 2016 wurden in Nickelsdorf und im südburgenländischen Heiligenkreuz Vorrichtungen geschaffen, um innerhalb von zwei bis drei Tagen Zäune aufstellen zu können. Insgesamt geht es dabei um eine Länge von rund zehn Kilometern – die burgenländische Außengrenze ist knapp 400 Kilometer lang.

90 Prozent der aktuell aufgegriffenen Migranten seien junge Männer (hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan), so Generalmajor Fasching und Major Kulterer unisono; je fünf Prozent ältere Männer sowie Frauen mit Kindern.

Zuletzt hat sich der Zustrom wieder verringert. Die banale Erklärung: Ungarn hatte während der Fußball-EM und für das Formel-1-Rennen Bereitschaftspolizisten von der Grenze zum Burgenland abgezogen – die sind mittlerweile wieder da.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.