37 Gemeinden bei neuem Biodiversitätsprojekt dabei
An einem neuen landesweiten Biodiversitätsprojekt beteiligt sich bereits rund jede fünfte burgenländische Gemeinde.
Unter dem Titel „Vielfalt vor der Haustür“ werden im Ortsgebiet sogenannte Trittsteinbiotope errichtet – kleine, miteinander vernetzte Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Ziel ist es, die Artenvielfalt und Lebensqualität in den Gemeinden zu fördern.
Das Projekt wurde vom Verein „Unser Dorf“ entwickelt und im Juni 2025 beim österreichischen Biodiversitätsfonds eingereicht. Im Februar 2026 kam die Förderzusage vom Bund. Insgesamt stehen rund 322.000 Euro für die Umsetzung zur Verfügung. Die Förderung deckt alle Kosten ab, den Gemeinden entstehen keine finanziellen Belastungen.
"Angespanntes Gemeindebudget"
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne), ihres Zeichens auch Obfrau des Vereins „Unser Dorf“, sagt dazu: „Gerade angesichts angespannter Gemeindebudgets war mir wichtig, eine Fördermöglichkeit zu schaffen, die Artenschutz attraktiv macht und Gemeinden finanziell entlastet.“ Das Projekt verbinde „ökologischen Nutzen mit unkomplizierter Umsetzung“.
Die Umsetzung von „Vielfalt vor der Haustür“ startet im März 2026 und läuft bis Ende 2027. Vorgesehen sind Blühflächen, Trockensteinmauern, Feuchtbiotope, Heckenpflanzungen und Totholzhecken. Diese Maßnahmen sollen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern neue Lebensräume bieten und zugleich zur Anpassung an den Klimawandel beitragen.
Bei einem Lokalaugenschein in Oslip, wo Verkehrsinseln zu Blühwiesen umgestaltet und 20 Bäume gepflanzt werden, erklärt auch Bürgermeisterin Margit Wennesz-Ehrlich (ÖVP): „Kleinere, gezielte Maßnahmen zur Förderung von Artenvielfalt und Mikroklima bringen spürbare Verbesserungen und stoßen auf große Zustimmung in der Bevölkerung.“
Langfristiges Umdenken
Haider-Wallner betont, dass es nicht nur um einzelne Projekte gehe, sondern um ein langfristiges Umdenken in der Ortsgestaltung: „Mit dem Projekt verankern wir Artenschutz direkt in den Gemeinden. Jede einzelne Gemeinde setzt ein sichtbares Zeichen für mehr Biodiversität und trägt dazu bei, unsere Ortschaften lebenswerter zu gestalten.“
Bis 2027 sollen im gesamten Burgenland zahlreiche dieser Biotope entstehen – als kleine, aber wirksame Schritte hin zu mehr Vielfalt im Siedlungsraum.
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