Chronik | Burgenland
09.08.2018

Tschürtz über FPÖ-Rebellin: "Sie weiß gar nicht, was sie spricht"

Burgenlands FPÖ-Chef Johann Tschürtz nahm zu den jüngsten Parteiaustritten in Neusiedl Stellung.

Die Abschiedsaussendung der Neusiedler FPÖ-Gemeinderätin Maria Nakovits hatte zu Wochenbeginn für einigen Wirbel gesorgt. Auf einer Liste mit Vorwürfen, in der Nakovits den FPÖ-Landespolitikern mangelnde Sachkompetenz vorwirft und auch das Ausländerthema ins Spiel bringt, ist auch vermerkt, dass mit ihr weitere fünf Funktionäre der Partei den Rücken gekehrt hätten. Zurückgekehrt aus seinem Urlaub, reagierte heute Landesparteichef Johann Tschürtz auf diese parteiinterne Affäre. Er spricht von nur einem Parteiaustritt, jenem von Maria Nakovits. Die anderen fünf Personen hätten sich erst im Aufnahmeverfahren befunden.

Im Gespräch mit den KURIER NEWS auf SchauTV hält er den Wirbel rund um diesen Austritt für völlig überzogen. Es werde immer wieder Parteiaustritte geben. Dass die Landespartei Probleme damit gehabt hätte, dass am 1. Mai ein Asylwerber bei einem Fest mitgeholfen habe, weist Tschürtz zurück. Im Landespräsidium wäre über so einen Fall nicht einmal gesprochen worden. Er habe jedenfalls kein Problem, wenn bei einem FPÖ-Fest ein Asylwerber mithelfe. Tschürtz in seiner Pressekonferenz: "Jeder, der Asylwerber ist, dem ist mit Respekt zu begegnen.

"Sie weiß ja gar nicht, was sie spricht", entgegnete Tschürtz außerdem auf den Vorwurf, den Nakovits geäußert hatte, dass es den FPÖ-Regierungsmitgliedern an Sachkompetenz fehle.

Den Austritt von Maria Nakovits nehme er zur Kenntnis. Gleichzeitig verwies Tschürtz darauf, dass es derzeit im Burgenland mehr Parteieintritte als -austritte gebe.

Tschürtz übte zudem Kritik an den Medienberichten zu der Causa. "Eine so überzogene Berichterstattung hab ich noch nie erlebt", so Tschürtz. Von "Massenaustritten" zu sprechen, sei "lächerlich". Er mache aber niemanden einen Vorwurf.

Die FPÖ verzeichne zurzeit eher "Neuaufnahmen-Rekorde". Bei jeder Landesparteivorstandssitzung würden 50 bis 70 Personen aufgenommen werden. Seit der Regierungsbeteiligung seien 1.000 neue zahlende Mitglieder hinzugekommen. Dass Parteimitglieder vielleicht einmal unzufrieden wären und austreten würden, komme in jeder Partei vor.