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Chronik Burgenland
07/01/2021

Fast alle Mediziner machen freiwillig Wochenenddienst

Seit 1. Juli ist Bereitschaft nicht mehr Pflicht, LH Doskozil (er wurde am Donnerstag gegen Corona geimpft) will mit der Ärztekammer reden

von Thomas Orovits

Am kommenden Mittwoch kommt es zu einem „historischen“ Treffen: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), der auch die Aufsicht über die Ärztekammer innehat, besucht die Kurienversammlung der niedergelassenen Ärzte in der Eisenstädter Permayerstraße. Der langgediente Kurienobmann Michael Schriefl kann sich an keinen ähnlich gelagerten Fall erinnern. Um der Visite des Aufsehers in der 14-köpfigen Kurie die Spitze zu nehmen, hat der Mörbischer Mediziner eine burgenländische Lösung gewählt – und Doskozil von sich aus eingeladen.

Thema der Aussprache ist die Neuregelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Während die Bereitschaft an Wochentagen (17 bis 22 Uhr) obligatorisch bleibt, sind die praktischen Ärzte seit gestern nicht mehr verpflichtet, an Wochenenden und Feiertagen Dienst zu versehen, sondern sie tun das von 8 bis 16 Uhr nun freiwillig. So steht es in § 1, Absatz 4 der Verordnung der Ärztekammer.

In einer Umfrage hatten sich 60 Prozent der 140 Allgemeinmediziner im Land gegen eine weitere Verpflichtung ausgesprochen, eine solche gibt es nur noch in Oberösterreich und Salzburg.

Für die Patienten dürfte sich nicht viel ändern, denn er wisse nur von drei Medizinern, die künftig am Wochenende „nicht mehr mitmachen“ wollen, sagte Schriefl zum KURIER.

Doskozil, aber auch die ÖVP, die am Donnerstag im Landtag dazu eine dringliche Anfrage gestellt hat, fürchten dennoch eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Damit sei im Burgenland die „wohnortnahe Versorgungsgarantie nicht mehr gegeben“, meinte ÖVP-Klubchef Markus Ulram.

Offene Gespräche

Ob sich an der eben erst kundgemachten Verordnung nach der Teilnahme des Landeshauptmannes an der nicht-öffentlichen Sitzung der Kurie am Mittwoch etwas ändert? „Schauen wir einmal, was das Gremium beschließt“, bleibt Kurienobmann und Ärztekammer-Vizepräsident Schriefl im Vorfeld unverbindlich.

Immerhin haben die praktischen Ärzte jahrelang für Erleichterungen gekämpft. Erst Anfang 2018 wurden etwa die Nachtdienste an Wochenenden und Feiertagen abgeschafft. Schriefl selbst schob noch zu Weihnachten 2017 Dienst für die Dauer von 43 Stunden.

Thomas Orovits

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