81,5 Millionen Schulden: Was bleibt von der Domaines Kilger?

Nach der ersten Gläubigerversammlung liegen neue Zahlen zur Insolvenz von Domaines Kilger vor.
Modernes Haus mit großen Glasfronten, Holzverkleidung und Terrasse mit Holzmöbeln, umgeben von grünem Rasen und Bäumen.

Nach der ersten Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren des Weinguts Domaines Kilger werden die finanziellen Dimensionen des Konkurses sichtbar. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) wurden Passiva von rund 81,5 Millionen Euro festgestellt. Dem stehen Aktiva von etwa 68,6 Millionen Euro gegenüber.

Wie Markus Graf vom AKV erklärte, seien diese Zahlen jedoch noch „relativ“ und müssten erst überprüft werden. Fix dürften vor allem Bankverbindlichkeiten von mehr als 40 Millionen Euro sein.

Die Domaines Kilger GmbH & Co KG aus Gamlitz war im Februar insolvent geworden. Vergangene Woche wurde der Betrieb am Standort geschlossen und eine Liquidation eingeleitet.

Immobilien als zentraler Vermögenswert

Der Großteil der Aktiva besteht laut AKV aus Liegenschaften, die sich vor allem in der Südsteiermark, aber auch in Wien und im Burgenland befinden. Ob diese Immobilien tatsächlich den angegebenen Wert erreichen, müsse noch geprüft werden.

„Es ist offen, ob diese Liegenschaften das wert sind“, erklärte Graf. Sollte es zu Verkäufen kommen, müsse sich auch ein Käufer finden, der bereit sei, den entsprechenden Preis zu bezahlen. Interesse könnte laut AKV jedoch bestehen.

Prüfung der Forderungen

Auf der Passivseite entfällt ein großer Teil der Schulden auf Bankverbindlichkeiten. Rund 34 Millionen Euro sollen zudem Forderungen innerhalb des Firmengeflechts sein. Auch diese müssten noch genau überprüft werden.

Weitere Folgeinsolvenzen innerhalb der Unternehmensgruppe seien weiterhin möglich. Welche Tochterfirmen oder Beteiligungen betroffen sein könnten, sei derzeit aber noch unklar. Die erste Prüfungstagsatzung findet am 23. April statt.

Einige Betriebe sollen weitergeführt werden

Die Unternehmensgruppe beschäftigte vor wenigen Jahren noch rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz sowie das rund 80 Hektar große Weingut befinden sich beim Schloss Gamlitz in der Südsteiermark.

Laut dem Rechtsanwalt von Hans Kilger, Johannes Zink, sollen mehrere Betriebe weitergeführt werden. Dazu zählen das Weingut, der Jaglhof, das Schloss Gamlitz, der Stupperhof sowie die Mineralwassermarke Peterquelle.

Zink verwies auf ein schwierigeres wirtschaftliches Umfeld für Gastronomie und Hotellerie. Gestiegene Kosten, Inflation und ein verändertes Konsumverhalten hätten viele Betriebe unter Druck gesetzt.

Auch Hans Kilger selbst sprach von einer belastenden Situation für Mitarbeiter, Partner und Lieferanten. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Masseverwalter Lösungen zu entwickeln, um möglichst viele Betriebe und Arbeitsplätze zu erhalten.

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