Im Jubiläumsjahr 2018 belief sich der Umsatz auf 15,8 Millionen Euro, zudem wurde  mit 716.500 Gästen ein Besucherrekord verbucht.

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Chronik Burgenland
03/19/2019

Der Familypark soll an Franzosen verkauft werden

Eigentümerfamilie Müller soll Österreichs größten Freizeitpark veräußern. Die Entscheidung darüber fällt am Mittwoch.

von Thomas Orovits

Die neue Saison im Familypark im burgenländischen Sankt Margarethen startet am 30. März nicht nur mit der neuen Fahrattraktion „Der durchgedrehte Wirbelsturm“ – auch die Eigentumsverhältnisse sollen ordentlich durcheinandergewirbelt werden.

Der laut Eigendefinition größte Freizeitpark Österreichs, der sich in Familienbesitz befindet (Mario Müller Gesellschaft m.b.H), soll an einen französischen Konzern verkauft werden. Von der Eigentümerfamilie Mario und Ulrike Müller wurde eine diesbezügliche ORF-Meldung am Dienstag nicht kommentiert. „Es wird am Donnerstag eine Aussendung geben. Bis dahin äußern wir uns nicht zu den Gerüchten“, so eine Sprecherin des Familyparks.

Investitionen

Dass es sich nicht bloß um Gerüchte handelt, wurde dem KURIER freilich von Insidern bestätigt. Demnach sei der künftige Familypark-Eigner ein in der Branche erfahrenes und etabliertes Unternehmen. Wolle der vor 51 Jahren gegründete Freizeitpark wenige Kilometer vom Westufer des Neusiedler Sees entfernt, seine Position längerfristig behaupten, müsse auch in den kommenden Jahren kräftig investiert werden. Das soll der potente Investor aus der Grande Nation sicherstellen. Der wolle gewiss weiter „expandieren“, hieß es dazu aus informierten Kreisen.

Von der Landespolitik hielt man sich am Dienstag noch bedeckt. Aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hieß es nur, dass man sich mangels Informationen dazu nicht äußern könne.Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) ließ ausrichten, es gehe um private Unternehmen, das Land mische sich da nicht ein.

Grundsätzlich fügte er aber an, er sähe den Deal positiv, „sollten die Gerüchte stimmen“. Denn damit sei wieder belegt, dass sich „das Burgenland am Radar international tätiger Firmen“ befinde. Petschnig: „Das zeigt auch, dass das Burgenland großes Potenzial hat“.

Den Grundstein des Freizeitparks, der viele Jahre „Märchenpark“ hieß, legte der Vorarlberger Erwin Müller, der Mitte der 1960er-Jahre im Römersteinbruch St. Margarethen als Steinmetz arbeitete. Seit 1984 leiten sein Sohn Mario Müller und dessen Gattin Ulrike das stetig wachsende Unternehmen.

2018 wurde der 50-jährige Bestand des Parks gefeiert, der sich mittlerweile auf 145.000 m² erstreckt. Im Jubiläumsjahr belief sich der Umsatz auf 15,8 Millionen Euro, zudem wurde mit 716.500 Gästen ein Besucherrekord verbucht. Während der Saison (im Wesentlichen Ende März bis Anfang November) werden über 250 Mitarbeiter beschäftigt.