Der burgenländische Landesrat, der dem roten Kanzler die Leviten las
Der frühere SPÖ-Soziallandesrat Peter Rezar feierte dieser Tage seinen 70. Geburtstag. Der Phlegmatiker mit Hang zu trockenem Humor brach gegen Ende seiner Zeit auf der Regierungsbank mit einer Tradition der burgenländischen Sozialdemokratie – dem Bundesparteivorsitzenden gegenüber stets superloyal zu sein.
2014 übte Rezar harsche Kritik am damaligen roten Bundeskanzler Werner Faymann. Der Burgenländer forderte vom Wiener ultimativ die Einführung einer Vermögenssteuer und – sollte die ÖVP nicht mitziehen – das Ende der rot-schwarzen Koalition im Bund.
Wenn man so will, hat Rezar damit eine neue burgenländische Tradition der Parteichef-Kritik etabliert, der vom gegenwärtigen LH Hans Peter Doskozil ausgiebig gefrönt wird.
Präsident statt Politiker
Doskozil hat Rezar zum runden Geburtstag persönlich gratuliert. Weniger gut zu sprechen ist der Jubilar auf Doskozils Vorgänger Hans Niessl, der 2015 Norbert Darabos in die Regierung holte und Rezar nach 16 Jahren als Landesrat verabschiedete.
Bis zur Wahl 2020 blieb der Jurist, der aus einem FPÖ-Haus im Bezirk Jennersdorf stammt und seit Jahrzehnten in Oberpullendorf lebt, noch Landtagsabgeordneter. Dann war nach 30 Jahren in der Berufspolitik Schluss.
Untätig ist Rezar seither nicht. Seit 2018 ist er auf Bundesebene Präsident des ARBÖ und seit 2023 auch der Kinderhilfsorganisation „Rettet das Kind“.
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