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Chronik Burgenland
10/31/2019

Das Hotelprojekt im Strandbad Neusiedl am See wird nichts mehr

Die Abstimmung im Gemeinderat wurde verschoben. Laut Investoren bleibt jetzt „alles wie es ist“.

von Michael Pekovics

Aus dem für heuer geplanten Baustart für das Hotelprojekt im Strandbad Neusiedl am See wird nichts mehr. Das ist seit der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) einen Tagesordnungspunkt vertagen ließ, fix.

Damit schwebt plötzlich über dem gesamten Projekt ein mehr als großes Fragezeichen. Denn laut der Investoren könnten nun Fristen nicht mehr eingehalten werden, um die für die Umsetzung notwendigen Förderungen von der WiBuG (Wirtschaft Burgenland) zu lukrieren.

„Abgewürgt“

„Erfolgreich abgewürgt“, so der knappe Kommentar eines Investors nach der Gemeinderatssitzung, in der eigentlich das Projekt mit dem Beschluss von Dienstbarkeitsverträgen der Betreiber mit der Gemeinde auf Schiene gebracht hätte werden sollen.

Die Vertagung dieser Entscheidung begründet Stadtchefin Böhm mit „kurzfristigen Änderungen“ beider Seiten. Konkret geht es dabei um die Bedingungen für die Pacht gemeindeeigener Flächen für Hotelparkplätze.

Gespießt könnte es sich aber auch wegen eines anderen Punktes haben – einer Konkurrenzklausel der Projektbetreiber. Diese besagt, dass in den kommenden fünf Jahren weder ein anderes Hotel noch Gastronomie an der Promenade entstehen darf.

Für Böhm ist diese geforderte Exklusivität ein großes Thema: „Weder meine noch die anderen Fraktionen wollen das einem Unternehmer am Seeufer vertraglich zusichern.“ Außerdem gebe es auch bei anderen Punkten und Vereinbarungen einige offene Fragen zu klären.

Kaum Chancen für Umsetzung

Wie es in der Causa weitergeht, ist vorerst offen. Investor Gerhard Milletich und seine Partner Stefan Graf und Gerald Pichler sehen kaum Chancen für eine Umsetzung des Hotelprojekts: „Alles wird verschleppt. Wir nehmen zur Kenntnis, dass die Gemeinde das Projekt nicht will“, sagt Milletich.

Tourismuszahlen
Neusiedl am See hat mit rückläufigen Nächtigungszahlen zu kämpfen. 2009 wurden etwa 90.000 verzeichnet, im Vorjahr waren es nur mehr rund 60.000.

Fehlende Hotelbetten
Sowohl die Politik als auch der Burgenland Tourismus wünschen sich mehr qualitativ hochwertige Hotelbetten  für die Bezirkshauptstadt. Insgesamt gibt es davon aktuell rund 700 von privaten und gewerblichen Anbietern, vor 10 Jahren waren es noch über 900.

Kampf um das Seeufer
Bauprojekte am Ufer des Neusiedler Sees sorgen regelmäßig für Diskussionen über den freien Seezugang. 2020 soll der „Masterplan Neusiedler See“ präsentiert werden und klare Regeln vorgeben.

Zusatz: „Grund und Boden wird nicht billiger, es gibt auch andere Projekte, in die wir unser Geld investieren können. Wir haben Zeit.“

Insgesamt geht es um ein Projektvolumen von rund 13 Millionen Euro. Der Preis für die Immobilie selbst wird von Experten auf rund 3 Millionen Euro geschätzt.

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