Christophorus fliegt meist wegen Herzinfarkt oder Schlaganfall

C18 am Bahnhof Neusiedl/See
2.423 Einsätze wurden 2025 von den zwei burgenländischen ÖAMTC-Standorten gestartet.

Es sollte ein gemütliches Geburtstagsfest in der St. Martins Therme in Frauenkirchen werden, doch der 31. Juli 2025 endete für einen 71-jährigen Gast in der Notaufnahme. Der Mann erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand, wurde erst von Thermenmitarbeitern reanimiert und dann von der Crew des Rettungshubschraubers übernommen. 

„Wir haben Herrn S. übernommen und mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht“, erinnert sich Thomas Wagner, Stützpunktleiter des in Frauenkirchen stationierten Christophorus 18 an den letztlich erfolgreichen Einsatz – der Patient überlebte und hat sich später bei seinen Rettern bedankt.

Jahresbilanz

Internistische und neurologische Notfälle haben 2025 den größten Teil der Einsätze von im Burgenland stationierten Rettungshubschraubern ausgemacht, wie aus der Jahresbilanz des ÖAMTC hervorgeht. „Unsere Aufgabe ist es, schnellstmöglich hoch qualifizierte medizinische Hilfe an den Notfallort zu bringen“, betont Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.

In 1.421 Fällen – etwa bei akuten Herzerkrankungen oder Schlaganfällen – wurde eine im Burgenland stationierte Christophorus-Crew alarmiert. Unfälle im Arbeits-, Schul-, Freizeit- oder häuslichen Umfeld waren mit 424 Einsätzen ein weiterer Schwerpunkt. Zu Verkehrsunfällen hob der Notarzthubschrauber 142 Mal ab, dazu kamen noch weitere Auslöser.

Insgesamt flogen die Crews der beiden burgenländischen Hubschrauber im abgelaufenen Jahr 2.423 Einsätze. Der C18 hob von seinem Stützpunkt in Frauenkirchen zu 1.208 Einsätzen ab, der in Oberwart stationierte C16 wurde vergangenes Jahr 1.215 Mal alarmiert.

Direkt zum Notfall

Bei 2.040 Einsätzen handelte es sich um sogenannte Primäreinsätze, bei denen direkt zum Notfallort geflogen wurde, um Patienten vor Ort zu versorgen und anschließend in das am besten geeignete Krankenhaus zu transportieren.

Während der C16 seinen Standort schon seit 2005 in Oberwart hat, ist der C18-Stützpunkt im Seewinkel ganz neu. Er wurde erst im Jänner 2025 offiziell eröffnet, ab April 2024 war der C18 interimistisch in Wr. Neustadt stationiert. Vorangegangen waren ein turbulentes Vergabefahren des Landes, bei dem der ÖAMTC erst nach Einspruch den Zuschlag erhielt, und eine längere Suche nach einem geeigneten Stützpunkt.

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