Ludwigs Teilungsidee stößt im Burgenland auf breite Ablehnung

Ein Mann in einem Anzug spricht bei einer Veranstaltung der Stadt Wien in ein Mikrofon.
Burgenland reagiert auf Ludwigs Plan: Streit um Gesundheitsreform spitzt sich zu. Doskozil und Ries mit klaren Worten gegen die Idee einer „geteilten“ Ostregion.

Zusammenfassung

  • Wiens Bürgermeister Michael Ludwig schlägt vor, das Burgenland in zwei Gesundheitsregionen zu teilen.
  • Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) weist die Idee entschieden zurück und warnt vor Klinikschließungen.
  • FPÖ und ÖVP üben ebenfalls scharfe Kritik – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.

Der Vorschlag von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), das Burgenland in zwei Gesundheitsregionen aufzuteilen, hat parteiübergreifend Widerspruch ausgelöst. Ludwig will das österreichische Gesundheitssystem in vier große Regionen gliedern – der Norden des Burgenlands solle dabei Wien und Niederösterreich, der Süden der Steiermark und Kärnten zugeschlagen werden. Ziel sei eine überregionale Planung und Steuerung der Spitalsversorgung.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erteilte der Idee eine klare Absage. „Wir brauchen im österreichischen Gesundheitswesen keine künstlichen Grenzen und auch keine Zentralisierung“, betonte er. Entscheidungen müssten dort getroffen werden, „wo es für die Patienten nötig und entscheidend ist“. Eine Teilung des Burgenlands oder eine bundesweite Zentralisierung würden, so Doskozil, Klinikschließungen im Land bedeuten. Das Burgenland setze daher auf eigene medizinische Schwerpunkte, um Wartezeiten zu verkürzen und die Versorgung im Land zu sichern.

"Kein Verfügungsobjekt Wiens"

FPÖ-Landtagsabgeordneter Christian Ries bezeichnete Ludwigs Vorstoß als „politisch motivierten Eingriff in die Integrität unseres Bundeslandes“. Das Burgenland sei „kein Verfügungsobjekt Wiens“. Wien verfolge seit Jahren eine Politik, die Steuerzahler anziehe, aber Patienten aus anderen Bundesländern ausschließe, so Ries. Anstatt über eine „Zerschneidung“ von Ländern zu diskutieren, brauche es ein bundesweit koordiniertes, medizinisch fundiertes Gesundheitssystem mit klaren Prioritäten.

ÖVP-Landesparteiobmann Christoph Zarits wiederum warf Doskozil vor, das Burgenland mit seiner Gesprächsverweigerung zu isolieren. „Wer nicht bereit ist zu reden, gefährdet die Interessen unserer Patientinnen und Patienten“, so Zarits. Der Vorschlag Ludwigs sei „interessant“ und solle sachlich geprüft werden. Gesundheit dürfe keine Frage der Postleitzahl sein. Als kleines Bundesland könne das Burgenland nicht alle Spezialtherapien selbst anbieten, daher brauche es funktionierende Kooperationen mit den Nachbarländern.

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