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Strembach im Südburgenland wird renaturiert und aufgewertet

Die Strem wird auf rund einem Kilometer Länge ökologisch aufgewertet. Geplant sind Sandbänke und Laichplätze. Auch der Hochwasserschutz soll profitieren.
Strembach

Von Gernot Heigl

Eingeengt und reguliert schlängelt sich die Strem seit Jahren durch die südburgenländischen Ortschaften Litzelsdorf und Ollersdorf im Bezirk Güssing. Nun soll dem Bach ein Teil seiner ursprünglichen Natürlichkeit zurückgegeben werden. Möglich wird das durch eine vom Bund zu 100 Prozent finanzierte Renaturierung um knapp zwei Millionen Euro.

Die Strem gehört zu den prägenden Fließgewässern des Südburgenlands. Schon in einer Urkunde aus 1157 wird ein „fluvius Ezturmen“ erwähnt – ein früher Hinweis auf das Gewässer. Wasserwirtschaftlich zählt der Strembach heute zu den Bundesflüssen; landschaftlich prägt er vor allem das Stremtal und seine Feuchtwiesen.

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Nach dem Spatenstich können die Arbeiten endlich beginnen.

Gerade im Unterlauf zeigen sich aber auch die Eingriffe der Vergangenheit: Regulierung und Drainagierung haben Auen- und Wiesenstandorte verändert, weshalb Renaturierung und Hochwasserschutz heute wieder stärker zusammengedacht werden.

Die Pläne mit der Strem

Bereits in den nächsten Tagen starten die Arbeiten. Die Fertigstellung des gewässerökologischen Projekts ist für Juni 2027 geplant. Auf einer Länge von rund einem Kilometer flussaufwärts von Ollersdorf werden ein strukturiertes Bachbett geschaffen, Aufweitungen, Sandbänke und Steilufer angelegt sowie bestehende Ufersicherungen entfernt.

Geplant ist außerdem die Anlage eines Nebenarm-Amphibiengewässers. Vorgesehen sind zudem eine Totwasserzone – ein strömungsberuhigter Bereich –, die Verbesserung von Laichplätzen für Fische sowie die Ausbildung eines pendelnden Stromstrichs. Dieser Mäander verleiht dem Bach wieder seine typische Schlangenlinie.

Da die Strem bei starken Niederschlägen immer wieder über die Ufer tritt, wird zusätzlich ein passiver Hochwasserschutz geschaffen. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Retentionsraum von rund 25.000 Kubikmetern. Durch standortgerechte Bepflanzungen sollen auf 4,9 Hektar auch Waldflächen ökologisch aufgewertet werden.

„Für Ollersdorf ist der Schutz der Natur keine Modeerscheinung, sondern eine Verantwortung. Und wer mich kennt, weiß: Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, dann bleibe ich hartnäckig“, sagt Ollersdorfs Bürgermeister Bernd Strobl (ÖVP). „Eine Hartnäckigkeit, die sich bezahlt gemacht hat. Denn die Geschichte dieses Projekts reicht bis ins Jahr 2009 zurück.“

Langer Weg bis zur Realisierung

Damals gab es bereits erste Planungsarbeiten, ehe die Gemeinde 2010 alle notwendigen Beschlüsse fasste. „Doch 2011 kam die Enttäuschung“, sagt Strobl. „Aufgrund angeblich fehlender Finanzierung wurde das Projekt seitens des Landes gestoppt und an Nachbargemeinden vergeben. Dort scheiterte es letztlich daran, dass die erforderlichen Grundstücke nicht verfügbar gemacht werden konnten.“

Deshalb habe er vor einiger Zeit einen neuen Anlauf beim Bund gestartet, um das Projekt „wiederzubeleben. Damit diese Maßnahmen für Hochwasserschutz und ökologische Vielfalt endlich Realität werden. Davon profitieren nicht nur wir Menschen, die hier leben, sondern auch die Natur. Ihr wird damit wieder jener Stellenwert gegeben, den sie verdient.“

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