Vergessene Fässer: Ein fast verloren gegangener Weinschatz
Verkostung mit Bürgermeister Ivan Grujic (Mitte).
Eigentlich hätte alles im Ausguss enden sollen. Zwei Fässer Blaufränkisch, jahrelang unbeachtet im Keller eines Zagersdorfer Winzers, standen kurz vor der Entsorgung – bis eine zufällige Verkostung alles veränderte.
Herbert „Bertl“ Schuller bewirtschaftet seine Weingärten seit Jahrzehnten. Seine Arbeitsweise beschreibt er als ruhig und geduldig. Zwei Fässer aus den Jahrgängen 2020 und 2021 blieben über Jahre im Keller und wurden vergessen. Vier beziehungsweise fünf Jahre reiften sie, dann wollte Schuller sie wegleeren.
Blaufränkisch mit Charakter
Erst eine Verkostung mit seinem Cousin Oswald Hackl brachte die Wende. Es offenbarte sich ein Wein mit „dichter dunkler Frucht“, „fester Tanninstruktur“ und „langem Abgang“ – ein Blaufränkisch mit Charakter.
Aus dem Zufallsfund wurde ein Projekt. Die beiden Jahrgänge wurden unter dem Namen „ISSO“ abgefüllt und erhielten ein Etikett im burgenländischen Blaudruck – das große „B“ steht für Bertl, Blaufränkisch und Burgenland.
Die beiden Weine bestehen jeweils zu 100 Prozent aus Blaufränkisch und haben 15 Prozent Alkohol. Der Jahrgang B20 reifte fünf Jahre im Fass, der Jahrgang B21 vier Jahre. Beide sind in sehr kleiner, limitierter Menge beim Winzer erhältlich.
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