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Chronik Burgenland
03/30/2020

Bisher keine Zunahme häuslicher Gewalt im Burgenland

Coronavirus: Frauenhaus Burgenland registriert aber derzeit viele Anfragen. Notquartiere werden vorbereitet.

Im Burgenland ist die zu Beginn der Corona-Krise erwartete Zunahme von Fällen häuslicher Gewalt bisher vorerst nicht eingetreten, hieß es am Montag sowohl aus dem Frauenhaus Burgenland als auch von der Landespolizeidirektion. Im Frauenhaus bemühen sich die Verantwortlichen um die Bereitstellung weiterer Unterkünfte, da die Anfragen diesbezüglich allerdings stark gestiegen seien.

Man habe bemerkt, „dass sehr, sehr viel mehr anrufen“, sagte Isabel Bernhardt vom Frauenhaus Burgenland. Momentan läute das Telefon fast ununterbrochen. Es werde auch gefragt, „ob wir weiter aufnehmen. Wir haben keinen Aufnahmestopp“, betonte sie. Mittlerweile gebe es ein Stufenprozedere, um jede betroffene Frau aufnehmen zu können.

Onlineangebot wird angenommen

Sehr stark angenommen werde von den Betroffenen auch das Onlineangebot. Telefonieren sei für die Frauen nicht immer einfach, wenn die gesamte Familie zuhause ist. Es hätten auch schon Frauen einen Termin für die Aufnahme vereinbart. Erschienen sei noch niemand. „Der Schritt, wirklich sein Zuhause zu verlassen, ist anscheinend in der Krise noch ein wenig bedrohlicher.“

„Wir haben Notunterkünfte aufgetrieben, sollten wir aus allen Nähten platzen“, weil sich das auch in anderen Bundesländern abzeichne. Vom Land werde man gut unterstützt. „Wir sind auf den Ansturm gut vorbereitet“, stellte Bernhardt fest.

Tipps vom Lichtblick

Informationen und Tipps für Familien während der häuslichen Quarantäne hat die Frauen- und Familienberatungsstelle „Der Lichtblick“ in Neusiedl am See zusammengestellt. Darin wird Familien empfohlen, sich Regeln für das Zusammenleben zu überlegen. Auch Grenzen seien wichtig in dieser Zeit, weil sie Sicherheit und Orientierung geben.

Wichtig sei ebenso, mit Kindern und Jugendlichen zu besprechen, warum man in so einer Situation sei, und ihnen auch Platz zu geben, um Sorgen und Ängste anzusprechen. Empfohlen wird auch, sich einen geregelten Tagesablauf zu schaffen, gemeinsame Essens- und Ruhezeiten sowie Zeit fürs Lernen und für das Homeoffice einzuplanen.

Auch ein- bis eineinhalb Stunden Zeit für sich allein sollte für keines der Familienmitglieder zu kurz kommen. Und um dem Gefühl des Kontrollverlustes zu entgehen, sollte man sich Ziele stecken, sei es in der Arbeit, im Sport oder im Garten- oder Hausputz.

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