Vor Geldübergabe: Betrüger im Wohnzimmer des Opfers verhaftet
Weil eine 53-jährige Südburgenländerin kurz vor der Geldübergabe doch noch misstrauisch wurde und ihren Bruder verständigte, der die Polizei alarmierte, konnte ein Betrug gerade noch verhindert werden.
Ein 19-jähriger Österreicher, der einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag abholen wollte, wurde am Dienstag im Wohnzimmer der 53-Jährigen im Bezirk Oberwart verhaftet, berichteten Burgenlands Kripo-Chef Gerhard Braunschmidt und Abteilungsinspektor Johannes Ankerl am Freitag in Eisenstadt.
Weil sich derartige Fäller häufen, appellierte die Polizei einmal mehr "misstrauisch" zu sein und sich niemals unter Druck setzen zu lassen.
Die Frau ist am Montag per SMS von einem angeblichen IT-Mitarbeiter einer Bank zunächst aufgefordert worden, ihre Bankdaten über einen Link bekannt zu geben und später, Bargeldbestände herauszugeben. Insgesamt sieben Mal wurde sie dabei von den mutmaßlichen Betrügern angerufen.
Sie hob letztlich tatsächlich einen fünfstelligen Betrag ab, wandte sich dann aber doch - rund 45 Minuten vor der geplanten Übergabe - an ihren Bruder, obwohl die Anrufer sie zu "strengster Geheimhaltung" aufgefordert hatten. Der Bruder schaltete umgehend die Polizei ein, die zeitgleich mit dem Abholer beim Haus der Frau eintraf.
Der 19-jährige Österreicher zeigte sich zur geplanten Abholung des Bargelds geständig. In unmittelbarer Nähe entdeckte die Polizei in einem Fahrzeug drei weitere Verdächtige. Die vier sind laut Ankerl zwischen 17 und 22 Jahre alt, es handelt sich um einen Österreicher, einen aserbaidschanischen Staatsbürger und zwei mit ungeklärter Staatszugehörigkeit, wohnhaft sind sie alle in Wien.
Der Abholer und der Lenker (22) wurden in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert, die beiden anderen (17 und 18) auf freiem Fuß angezeigt. Nun laufen umfangreiche Erhebungen, um festzustellen, ob das Quartett für weitere derartige Taten verantwortlich ist.
Kommentare