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Chronik Burgenland
12/20/2019

Frühlingserwachen statt Fischsterben im Zicksee

Tierfreunde befürchten ein Fischsterben im Zicksee bei St. Andrä, Experte sieht die Lage nicht dramatisch.

von Thomas Orovits

Maria Nakovits ist entsetzt: Ein gut zweiminütiges Video hat die KURIER-Leserin so aufgewühlt. Darauf zu sehen ist der Zicksee bei St. Andrä im Seewinkel am 17. Dezember. Man sieht zappelnde Fische im seichten Gewässer, eine Stimme aus dem Off sagt: "Hier stranden die Fische, das sind Hunderte, sie haben kein Wasser..."

Nun fürchtet Nakovits, dass sich im See ein Fischsterben anbahnt.

Der KURIER hat nachgefragt: Herbert Szinovatz, Hauptreferatsleiter im Amt der Burgenländischen Landesregierung und der Experte für Gewässeraufsicht, kennt das Problem - bleibt aber gelassen: "Das ist der Kreislauf der Natur".

Normalerweise hielten die Fische um diese Jahreszeit Winterruhe im Schlamm des Zicksees. Die extrem hohen Temperaturen der letzten Tage hätten den Tieren aber vorgegaukelt, es sei schon Paarungszeit. Diese Frühlingsgefühle veranlassten die Fische in Ufernähe zu schwimmen, wo es noch wärmer ist. Weil sich dabei viele Fische auf engem Raum tummeln, sehe das für Laien dramatisch aus.

Fremde Fische

Für den Experten sei das aber kein Grund zu übertriebener Sorge. Er sieht sogar positive Seiten: Denn im Zicksee seien neben den heimischen Karpfen auch Amur-Karpfen und Tolstolob vertreten, die gar nicht hierher gehörten. Sie seien vor 15 oder 20 Jahren von irgendwem ausgesetzt worden - würden sie wieder veschwinden, wäre das kein Schaden, so Szinovatz.

Was beim Zicksee mit einer Wasserfläche von rund 120 Hektar und einer Normtiefe von 1,5 Meter dazukomme, sei der aktuell niedrige Wasserstand, "es fehlen 20 bis 30 Zentimeter", sagt Szinovatz. Die Gemeinde habe zwar die Erlaubnis, jährlich 300.000 Kubikmeter Wasser einzuleiten, aber für heuer ist die Menge ausgeschöpft, erst Anfang Jänner darf der Wasserhahn wieder aufgedreht werden.

Zudem werde am 28. Dezember mit Netzen abgefischt, wie schon "x-mal zuvor", erklärt Szinovatz, um den Fischbestand zu verringern. Im Jänner werde man überdies beraten, ob die jährliche Wasserzufuhr in Zukunft erhöht wird.

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