© PannArch

Burgenland
04/01/2019

Archäologische Grabungen auf Schlumberger-Areal abgeschlossen

Entdeckt wurden Gruben einer frühbronzezeitlichen Siedlung (Wieselburger Kultur, etwa 2000-1600 v. Chr.) und ein Skelett. Areal für den Bau des Sekt-Produktionswerks freigegeben

von Thomas Orovits

Wie der KURIER berichtete, hat der Verein PannArch (Schutz und Erhaltung archäologischer Güter) vor Beginn des Baus eines Produktionswerks der Firma Schlumberger in Müllendorf das Areal untersucht. Der Sekthersteller selbst, der im Gewerbegebiet von Müllendorf an der A3 70 Millionen Euro investiert und die gesamte Produktion von Wien ins Nordburgenland verlegen will, hat PannArch beauftragt. Bei den Ende Jänner gestarteten Grabungen wurden Überreste einer Siedlung und ein Skelett gefunden.

Am Montag hat PannArch weitere Details bekannt gegeben: Die Funde liegen demnach auf einem zentral in der Baufläche gelegenen flachen Hügelrücken, das umliegende Gelände scheint in früherer Zeit nass und sumpfig gewesen zu sein. Entdeckt wurden "Gruben einer frühbronzezeitlichen Siedlung (Wieselburger Kultur, etwa 2000-1600 v. Chr.), die teilweise keramisches Material sowie Mahlsteine enthielten", sagt PannArch-Obfrau Sarah Putz.

Anhand des  keramischen Materials "können mehrere Gruben als Gräber interpretiert werden, obwohl darin keine menschlichen Überreste mehr erhalten waren". Nur in einer Grabgrube war noch ein Skelett in Hockerlage erhalten. Um den Hals trug die Person eine Kette aus gelochten Muschelschalen und Eberzähnen. Eine sichere Datierung der Bestattung sei im Moment nicht möglich, heißt es. Auch über Alter, Geschlecht und mögliche Krankheiten bzw. die Todesursache könnten erst weiterführende anthropologische Untersuchungen Auskunft geben, so PannArch. Die gewonnenen Erkenntnisse dienten jedenfalls der Abrundung des wissenschaftlichen Bildes der seit langem besiedelten Landschaft des Eisenstädter Beckens.

Die archäologischen Untersuchungen wurden Ende März abgeschlossen, das Areal könne nun für den Bau freigegeben werden.

Der Spatenstich für die neue Sektkellerei auf einem 122.000  Quadratmeter großen Grundstück bei der A3 ist vor dem Sommer geplant, 2021 soll das Werk in Betrieb gehen. Bis zu 60 Mitarbeiter sollen beschäftigt werden.

PannArch ist auch im Ortszentrum von Müllendorf fündig geworden: Reste einer römischen Siedlung (vicus) aus der Zeit zwischen dem ersten und vierten nachchristlichen Jahrhundert wurden freigelegt. Die Siedlung lag  auf der Strecke von Vindobona  (Wien) nach Scarbantia (Sopron). Am Freitag, 5. April, lädt PannArch alle Interessierten ab 14 Uhr zum "Tag der offenen Grabung".

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