Wissen/Gesundheit

Österreicher stecken sich immer häufiger bei Familien-Feiern an

Anlässlich der Videokonferenz der orangen und roten Bezirke analysierten Gesundheitsminister Rudolf Anschober und der Vorsitzende der Corona-Kommission, Ulrich Herzog, das Infektionsgeschehen. Dabei wurden die wesentlichsten Ausbruchsursachen besprochen.

In allen betroffenen Bezirken mit höherem Risiko zeigt sich, dass die Ansteckungen im privaten Bereich bei kleinen Feiern und Partys sowie in der Familie stattfindet. Der Minister hofft hier auf das Greifen der regionalen Zusatzmaßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen.

Derzeit steigen die Infektionszahlen in Österreich jedoch stark an: 1.163 Neuinfektionen bei 20.841 Tests und 820 Neugenesene wurden in den letzten 24 Stunden gemeldet. Die Positivrate bei den Testungen ist weiterhin hoch und liegt bei deutlich über 5 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Getesteten steigt wieder an und liegt bereits bei über 40 Jahren (im August bei 34). Zudem ist die Zahl der Hospitalisierungen in den vergangenen sieben Tagen um 37 Prozent gestiegen, die Zahl der Patienten mit intensivmedizinischem Betreuungsbedarf um 20 Prozent. "Und drittens ist es in den vergangenen Tagen erstmals seit vielen Wochen wieder zu etlichen Infektionsfällen in einigen Altenheimen gekommen", so der Minister.

Österreich im Vergleich mit Europa

Der international nun verwendete Vergleichsparameter für die Covid-Entwicklung in den einzelnen Staaten (7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner) liegt in Österreich damit bei 88,5, in Deutschland bei steigender Tendenz bei 38, in Italien bei 64, in der Schweiz bei 126, in Spanien bei 130, in der Slowakei bei 134, in Slowenien bei 135, UK 145, in Frankreich bei 180, in den Niederlanden bei 247, in Belgien bei 369 und in Tschechien bei 372.

"Europa ist nach Monaten nun wieder das Epizentrum der weltweiten Pandemie mit den größten Steigerungen. Der befürchtete starke Zuwachs bei stark fallenden Temperaturen ist damit Wirklichkeit geworden. Jetzt muss massiv gegengesteuert werden."

Die Pandemie sei "kein Tsunami, dem wir wehrlos ausgesetzt wären": "Wir alle können unseren Beitrag leisten und uns damit schützen. Wenn wir die drei Grundmaßnahmen Hygiene, Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz einhalten und auf private Partys und Feiern verzichten, dann können wir auch den aktuellen zweiten Höhepunkt der Krise gut bewältigen."

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