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APA11097610-2 - 22012013 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA 0077 WI - Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics am Dienstag, 22. Jänner 2013, vor Beginn des Prozesses wegen Untreue und "Bildung einer kriminellen Vereinigung" am Landesgericht Wien. Es geht um Aktienoptionsgeschäfte, mit denen sich die früheren Immofinanz-Manager laut Anklage ohne Zustimmung des Aufsichtsrats auf Kosten des Unternehmens bereichert haben sollen. APA-FOTO: HELMUT FOHRINGER © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER
Immofinanz-Prozess
24.01.2013

Petrikovics bringt Grasser und BUWOG ins Spiel

Angeklagter versucht am dritten Prozesstag ein Ablenkungsmanöver: "Wurde aufgefordert, Grasser auszuliefern".

Der Angeklagte Karl Petrikovics, Ex-Chef der Immofinanz, hat bei seiner Befragung am dritten Prozesstag am Donnerstag ein Ablenkungsmanöver versucht: Auf Fragen nach seinen Aktienoptionen und die Hausdurchsuchung 2008 brachte er den früheren Finanzminister Grasser ins Spiel. Laut Petrikovics soll der zu Beginn des Immofinanz-Skandals ermittelnde Staatsanwalt Norbert Haslhofer zu Petrikovics gesagt haben: „Liefern Sie mir den Magister Grasser, es soll ihr Schaden nicht sein.“ Es soll dabei um die Details über die geheimen Kaufpreis-Informationen bei der Buwog-Privatisierung gegangen sein.

Weder Richterin Claudia Moravec-Loidolt noch Staatsanwalt Volkert Sackmann stiegen darauf ein. Der dritte Prozesstag verlief für Petrikovics äußerst mühsam. Mehrmals platzte der Richterin der Kragen, als es um Scheinrechnungen ging. „Haben Sie gar kein Unrechtsbewusstsein?“, fragte Moravec-Loidolt den Angeklagten. Petrikovics und die mitangeklagten Helmut Schwager (Ex-Aufsichtsrat der Constantia Privatbank) sowie Ex-Vize Norbert Gertner (dessen Verfahren wegen Krankheit ausgeschieden wurde) haben über Scheinrechnungen insgesamt 756.400 Euro Honorare bezogen. In Wahrheit seien das Kursgewinne aus den geheimen Aktienoptionsgeschäften gewesen, sagte Petrikovics beim Prozess aus.

Schlamperei

Der Ex-Boss der Immofinanz gab zu, dass alles „schlampig“ und „unglückselig“ abgelaufen wäre. Auch bei den sogenannten Hable-Optionen (Ernst Hable fungierte als Treuhänder) sei ein Fehler passiert. Schriftlich wurde eine Call-Option fixiert, mündlich seien aber Call und Put vereinbart worden.