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NHL-Topklub Detroit schnappt sich Österreichs Riesentalent

Die Detroit Red Wings haben sich die Rechte an Marco Kasper gesichert. Der 18-jährige Stürmer ist am Donnerstag beim Draft der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL im Bell Centre von Montreal an Nummer 8 gewählt worden. "Ich bin so begeistert, von so einer großartigen Organisation gewählt worden zu sein", erklärte der Kärntner.

Kasper ist erst der vierte österreichische Erstrunden-Draft. Nur Thomas Vanek, der 2003 von den Buffalo Sabres an Nummer 5 gewählt worden war, wurde höher gedraftet. Marco Rossi 2020 (Nr. 9, Minnesota Wild) und Michael Grabner 2006 (Nr. 14, Vancouver Canucks) kamen einst etwas später an die Reihe.

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Kasper ist bei einem Traditionsclub gelandet, der von einer Legende geführt wird. Steve Yzerman, einst Superstar der Red Wings, ist seit April 2019 General Manager in Detroit und baut seither die Mannschaft um. Die Red Wings sind mit elf Stanley-Cup-Siegen nach den Montreal Canadiens (24) und den Toronto Maple Leafs (13) der dritterfolgreichste Klub der NHL, haben aber seit 2016 stets das Play-off verpasst. Der neue Cheftrainer Derek Lalonde, der vor wenigen Tage die Nachfolge von Jeff Blashill angetreten hat, soll die Mannschaft um Dylan Larkin, Tyler Bertuzzi oder die Jungstars Moritz Seider und Lucas Raymond wieder ins Play-off führen.

Kasper könnte der zweite österreichische Spieler bei den Red Wings werden. Vanek spielte 2015/16 und in seiner letzten Saison 2018/19 für Detroit. Gut möglich allerdings, dass der Kärntner im kommenden Jahr weiter für den schwedischen Spitzenclub Rögle stürmt. Beim Verein aus Ängelholm und im österreichischen Nationalteam hat er in der abgelaufenen Saison mit starken Leistungen überzeugt und sich in der Draft-Hierarchie nach oben gespielt.

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Der Sohn des ehemaligen ÖEHV-Teamverteidigers Peter Kasper verbuchte in der Liga sieben Tore und vier Assists im Grunddurchgang, legte im Play-off mit je drei Toren und Assists nach und trug sechs Scorerpunkten zum Triumph in der Champions Hockey League bei. Zudem zeigte er bei der WM in Finnland, dass er sich auch schon gegen gestandene NHL-Spieler durchsetzen kann. Der Stürmer kam meist als Flügel zum Einsatz, kann aber auch Center spielen.

Beim Draft in Montreal wurden als erste zwei Spieler überraschend Slowaken gewählt. Die Montreal Canadiens hatten die erste Wahl und entschieden sich für Stürmer Juraj Slafkovsky, der beim Olympia-Turnier in Peking als 17-Jähriger bester Torschütze und MVP (wertvollster Spieler) war. Die New Jersey Devils sicherten sich anschließend Verteidiger Simon Nemec. Der kanadische Center Shane Wright, der von den meisten Experten als Nummer eins erwartet worden war, kam erst als vierter an die Reihe und ging an die Seattle Kraken.

Der Draft, bei dem sich die 32 NHL-Clubs die Rechte an weltweit 224 Talenten sichern, wird am Freitag (17.00 Uhr MESZ) mit den Runden zwei bis sieben fortgesetzt. Es wird erwartet, dass der Vorarlberger Vinzenz Rohrer von einem Club in der zweiten oder dritten Runde gewählt wird.