Sport/Fußball

Austria Klagenfurt soll Spieler illegal beschäftigt haben

Der Kärntner Bundesligist Austria Klagenfurt soll mehrere Spieler illegal beschäftigt haben, wie der ORF Kärnten berichtet. Demnach habe das Arbeitsmarktservice (AMS) Anzeige gegen den Fußballverein erstattet.

Der Fall sei durch eine Routinekontrolle aufgeflogen. Dabei werde überprüft, ob Sportler bei der Gesundheitskasse angemeldet seien. Ein Spieler soll im Mai, zwei andere im Juni, keinene Beschäftigungsbewilligung gehabt haben. Es handle sich um Drittstaatsangehörige (keine Österreicher oder EU-Bürger), die dafür eine "Rot-Weiß-Rot-Karte" benötigen würden.

"Fehler eingestehen"

Dies bestätigte der Leiter des Arbeitsmarktservice, Peter Wedenig: "Das Vergehen war, dass man erst dann anmelden kann, wenn die Person von der Aufenthaltsbehörde die Rot-Weiß-Rot-Karte bekommt, erst dann ist es legal, alles vorher ist illegal."

Austria-Klagenfurt-Präsident Herbert Matschek nahm am Donnerstagnachmittag zu den Vorwürfen Stellung. Der Verein habe erst durch einen Medienbericht davon erfahren, heißt es in einem Statement: "Wir haben mittlerweile Kenntnis über die vom AMS gegenüber der Austria Klagenfurt erhobenen Vorwürfe erhalten und müssen eingestehen, dass uns in diesem Sommer bei zwei Spielern ein Fehler im Anmeldeverfahren unterlaufen ist."

Es sei dies ein "gesetzliches Vergehen", das damit auch bei der bei der Finanzpolizei gemeldet wurde, heißt es beim AMS. "Die Konsequenz ist, dass der Betrieb oder Verein für ein Jahr gesperrt ist. Das heißt, er darf sozusagen keine Drittstaatsangehörigen anstellen", erklärt Wedenig im ORF-Bericht.

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"Nicht zum Einsatz gekommen"

Dem Klub liege "nichts Offizielles" vom AMS oder der Finanzpolizei vor, so Matschek. Die Bundesliga-Saison endete für Austria Klagenfurt mit der letzten Runde am 21. Mai, im Juni gab es keine Spiele. Es könnte sich also um einen formalen Fehler bei Testspielern gehandelt haben.

Der Verein setze nun darauf, im Dialog mit dem AMS und weiteren zuständigen Behörden zügig für Klarheit zu sorgen, heißt es bei Austria Klagenfurt. "Wir bedauern diesen Fehler zutiefst", sagt Matuschek. Man werde "alles tun, um das Thema sauber abzuarbeiten". Finanzieller Schaden sei allerdings nicht entstanden. Die betreffenden Spieler seien in keinem Pflichtspiel der laufenden Saison zum Einsatz gekommen, bevor die Spielgenehmigung durch den ÖFB und die Liga erteilt wurde.

Rätseln bei der Liga

Ob Klagenfurt auch seitens der Bundesliga Konsequenzen drohen, ist noch unklar. Donnerstagnachmittag lagen der Liga noch keine Informationen zu dem Fall vor.

Grundsätzlich achtet die Bundesliga darauf, nur Spielgenehmigungen für Kicker auszustellen, deren offizielle Arbeitserlaubnis bereits vorliegt. Auf KURIER-Anfrage heißt es dazu, dass diese Vorgangsweise auch für den Klagenfurter Verein eingehalten wurde und laut Bundesliga nach einer Prüfung alle Klagenfurter für den Ligabetrieb korrekt angemeldet waren bzw. sind.