Kultur/Medien

"ZiB 2"-Moderator Thür: Sommerbeginn mit Dackel

*Disclaimer: Das TV-Tagebuch ist eine streng subjektive Zusammenfassung des TV-Abends.*

 

Seit Dienstag, 11:13 Uhr, ist in unseren Breiten also kalendarisch wieder Sommer. Es ist nicht so, dass das im Abendprogramm auf ORF2 überhaupt nicht zu bemerken war.

In den „Seitenblicken“ wurde über einen Empfang des scheidenden steirischen Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer in Wien berichtet.

Grünes Gebüsch

Vizekanzler Werner Kogler erklärte ebendort, dass er, aus dem oststeirischen Bezirk Hartberg kommend, nicht alles verstehe, wenn es in Richtung oststeirischen Bezirk Feldbach gehe. Hernach lieferte er noch eine Kostprobe: „Dotzi Buschn, dotzi Bam.“

„Heißt was?“

Kogler: „Dieses Gebüsch, diese Bäume.“

Richtige Maßnahmen

Im „Report“ wurde man wieder an die harte Realität der „Dauerkrise“ erinnert, das betraf einerseits die ÖVP, andererseits Teuerung und mögliche Energieengpässe infolge des Ukraine-Kriegs.

Martin Kocher durfte zeigen, dass er nun auch Wirtschaftsminister ist. Wobei Interviewerin Susanne Schnabl nicht umhin kam, an einer Stelle zu fragen: „Antworten Sie jetzt als Arbeitsminister oder antworten Sie als Wirtschaftsminister?“

Kocher beruhigte jedenfalls: „Wir werden natürlich die richtigen Maßnahmen treffen.“

Zweifel darf man ja noch äußern. Etwa unter dem Hinweis auf Deutschland, wo Amtskollege Robert Habeck (Grüne) derzeit ziemlich gute Noten für sein Krisenmanagement bekommt. Kocher bezeichnete das als "verklärte Vorstellung“. „Habeck ist einer, der gut kommuniziert und auch viel in Umsetzung bringt, keine Frage, aber ich glaube nicht, dass wir uns verstecken müssen in Österreich.“

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Schnabl versuchte, Kocher zu interpretieren: Also alles „bestens vorbereitet, der einzige Unterschied zu Deutschland ist: Sie kommunizieren schlechter?“

Kocher: „Das ist etwas verkürzt, ich glaube, wir kommunizieren auch nicht so schlecht.“

Ein ÖVP-naher Kommunikator, Wolfgang Rosam, hielt im darauffolgenden Beitrag wenig von Zweckoptimismus und sagte den Schwarzen eine düsteres Schicksal wie der italienischen Schwesterpartei voraus, wenn sich nicht Grundlegendes ändere. Die italienischen Konservativen zerriss es 1994. Rosam: „Nur, was ist nach der Democrazia Cristiana gekommen? Zwölf Jahre Berlusconi.“

Das will nun wirklich niemand. 

Veganes Heer

Im letzten Beitrag wurde dann bekömmliche, leichte Sommerkost aufgetischt: Die von einer veganen Bürgerinitiative aufgeworfene Streitfrage, warum es keine rein pflanzlichen Menüs beim Bundesheer gebe. 

Ein Lokalaugenschein in einer Kaserne zeigte, dass die Soldaten mit Masse die Käsekrainer den angebotenen Falafel vorzogen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner berief sich auf die Nationale Ernährungskommission, wonach „vegane Ernährung nicht gleichzusetzen ist mit vollwertiger Mischkost. Und darüber kann und will ich mich nicht hinwegsetzen, weil das auch Verantwortung ist, die man zu tragen hat.“

Die Hoffnung der Bürgerinitiative hingegen: „Die Zeit ist reif für ein modernes, veganes Bundesheer.“

Stangensellerie statt Sturmgewehr? Vielleicht wäre das ja eine kostensparende Vision für eine künftige Welt ohne Kriege.

Die nachfolgende „ZiB 2“ machte darauf wenig Hoffnung. Schließlich findet die Abrüstungskonferenz in Wien derzeit ohne Beisein der neun Atommächte statt.

Auch die anderen Themen waren schwer verdaulich: Pflegereform, U-Ausschuss, Antisemitismus-Skandal beim Kunstfestival documenta.

Wie kommt man aus dieser unsommerlichen Nummer wieder heraus?

Rettung durch Überraschungsgast

Da kann nur Peter Filzmaier helfen, könnte man denken. Und tatsächlich beugte sich Moderator Martin Thür zurück und schaute unter den Moderationstisch. Dort soll sich laut bösen Gerüchten Filzmaier ja ständig für seine vielen Einsätze bereithalten.

Doch weit gefehlt: Der rettende Studiogast, den Thür hervorholte und präsentierte, war … ein Dackel.

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"Heute ist Welttag des Dackels, der Grund dafür ist recht simpel", sagte der Moderator und zeigte auf das für seine Länge bekannte Tier. "Denn wie Sie an Dackel Fini sehen: Heute ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres, weshalb heute eben die Dackel gefeiert werden.“

Thür, der dabei ein besonders breites Grinsen aufsetzte, verabschiedete sich mit den Worten: "Ich geh jetzt Gassi“.

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Die Besitzverhältnisse rund um Dackel Fini wurden übrigens später auf Twitter geklärt. Thür schrieb dort: „Gehört einer Freundin. Wir passen hin und wieder auf.“


TIPP: Der Beitrag "Welttag des Dackels" zum Nachschauen