Chronik/Wien

Umgestaltung Gumpendorfer Straße: Erste Ergebnisse der Befragung

Das Ergebnis ist eindeutig: Mehr Grün, weniger Grau. In konkrete Zahlen gegossen bedeutet das: 89,9 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Grün für die Gumpendorfer Straße im 6. Bezirk. 86,4 Prozent sind der Meinung, die Gumpi muss "gehfreundlicher" sein, 81,8 Prozent finden, sie muss "radfreundlicher" sein - und nur 14,2 Prozent finden, sie muss "autofreundlicher" sein.

Am 23. Jänner startete der 6. Bezirk mit einem Postwurf das mehrstufige Bürgerbeteiligungsverfahren zur Umgestaltung der Gumpendorfer Straße. Er ging an 19.000 Haushalte, 4.000 Geschäftstreibende und 70 Betriebsrätinnen und Betriebsräte. (Letztere deshalb, weil man im Sinne einer umfassenden Beteiligung neben der Kooperation mit der Wirtschaftskammer auch eine mit der Arbeiterkammer eingehen wollte.)

 Mehr dazu lesen Sie hier: 7 Fragen zu polarisierenden 2,5 Kilometern

 

Inhalt dieses Postwurfs war ein Fragebogen mit sieben Fragen zur Gumpendorfer Straße. Zum Teil mit Antworten zum Ankreuzen („Welche Probleme sehen Sie derzeit in der Gumpendorfer Straße in Ihrem Alltag?“), zum Teil mit offenen Antworten ("Nennen Sie uns drei Begriffe, die Ihnen spontan zur Gumpendorfer Straße einfallen“.)

1.375 Menschen haben diesen Fragebogen bis 28. Februar 2023 beantwortet  Selbst auf die offenen Fragen kamen jeweils mehr als 700 Antworten, heißt es. Mehr als die Hälfte der Befragten waren zwischen 21 und 40 Jahre alt, exakt die Hälfte nutzt die Gumpendorfer Straße täglich und 45 Prozent wohnen direkt dort.

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Weniger Autos

Dass es zu wenig Parkplätze gibt, ist laut der Umfrage jedenfalls kein der Problem der Gumpendorfer Straße. Nur 18,7 Prozent halten diese Aussage für zutreffend. Im Vergleich dazu: 79,6 Prozent der Befragten sagen, dass es zu viel Platz für abgestellte Autos gibt.

Außerdem sei das Radfahren nicht komfortabel bzw. sogar unsicher (85 Prozent), es gebe zu wenig Aufenthaltsorte (83,9), es ist zu laut und zu zu wenig schattig (76 Prozent).

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Was sich die Befragten von der Zukunft des 2,5 Kilometer langen Straßenstücks wünschen, kommt daher wenig überraschend. 89,9 Prozent wollen mehr Grün, 95,1 Prozent wollen mehr Ruhe. In den offenen Fragen wurde vor allem der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität artikuliert, etwa so: "Man sitzt im Schanigarten eines Lokals und genießt das grüne Umfeld mitten in der Stadt. Nebenbei fahren die Radfahrer vorbei und hie und da ein Auto eines Anrainers und der 57A. Danke".

Rumelhart freut sich über hohe Teilnahme

Für Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ) kommen die Ergebnisse nicht überraschend, sagte er am Dienstag zum KURIER. "Was mich aber überrascht hat, ist die hohe Teilnahme an der Befragung."

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Die Erklärung für die rege Mitarbeit liegt für den Bezirkschef in der umfangreichen Befragung und besonders an den vielen offenen Fragen, "die wirklich sehr konstruktiv beantwortet wurden".

Die Ergebnisse seien übrigens trotz der in der Mehrheit verhältnismäßig jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchwegs belastbar, hieß es aus der Bezirksvorstehung. Man habe ergänzend zur Befragung in den vergangenen Wochen über das mobile "Gumpi-Standl" auch rund 400 Kontakte mit einem "eher älteren" Publikum erzielt, deren Wünsche nicht nennenswert von den aus der Online-Befragung hervorgegangenen abgewichen seien.

Wie es weitergeht: 

Nach der Befragung (online und vor Ort) werden nun bis 15. September Workshops mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Expertinnen und Experten sowie Organisationen abgehalten, bis Sommer soll daraus ein Leitbild entwickelt werden. Von 16. September bis Oktober 2023 werden dann an Infoständen und im Rahmen einer Mini-Ausstellung beim "Gumpi-Standl" erneut Ideen für die Gestaltung aufgenommen.

Bis 31. Dezember soll dann auf Basis der Befragung und Anregungen ein Vorentwurf zur Umgestaltung ausgearbeitet werden. Bis März 2024 soll der finale Entwurf fertig sein - dann soll es an die Umsetzung gehen.