Chronik/Burgenland

Vier Tote auf S31: Asfinag plant weiteren Sicherheitsausbau

Der schwere Unfall auf der S31, bei dem am Sonntag drei Frauen und ein Mann ums Leben gekommen sind, lässt die Rufe nach einem Sicherheitsausbau der Straße lauter werden.

Mehr als 40 Personen haben seit dem Jahr 2001 auf der vierspurigen Straße ihr Leben gelassen.

 

 

SPÖ, ÖVP und LBL fordern nun einen Fahrbahnausbau und eine Mitteltrennung des acht Kilometer langen Straßenstückes von Weppersdorf bis Oberpullendorf. Wie der KURIER am Montag erfuhr, arbeitet der Straßenerhalter Asfinag  bereits an einer Variantenstudie für den geforderten Ausbau auf dem Teilstück zwischen Weppersdorf und Oberpullendorf.

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Bauliche Trennung

Seit März wird an einer baulichen Trennung der Richtungsfahrbahnen der S31 zwischen dem Knoten Mattersburg und der Anschlussstelle Weppersdorf/St. Martin gearbeitet.144 Millionen Euro investiert die Asfinag in den 23 Kilometer langen Abschnitt.

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Etwa 500 Meter davor, bei Markt St. Martin, hat sich am Sonntagabend der Frontalzusammenstoß ereignet. Dabei dürfte das Fahrzeug eines deutschen Ehepaares (75 und 76 Jahre) zunächst die rechte Leitschiene touchiert haben.

„Daraufhin schlitterte der Wagen über alle vier Spuren und krachte frontal in den entgegenkommenden Pkw“, schildert Polizeisprecher Helmut Marban am Montag. Die zwei Burgenländerinnen im Alter von 52 und 55 Jahren starben – ebenso wie das deutsche Ehepaar – noch an der Unfallstelle.

Aus Sicht der Polizei sei der Unfall nicht zu verhindern gewesen. „Auch noch mehr Polizei-Kontrollen hätten dieses Unglück nicht verhindern können“, sagt Marban.

Politische Forderungen

Allerdings, so tönt es von unterschiedlichen Seiten, hätte der „Frontale“ mit einer Betontrennwand verhindert werden können.

„Von mir bekommt dieses Thema eine hundertprozentige Unterstützung“, erklärt Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) am Montag in Bezug auf die Errichtung einer Mitteltrennwand.

Einwände, wie den befürchteten Bau einer Autobahn oder dass es vermehrt zu Geschwindigkeitsübertretungen kommen könnte, wies er zurück. „Das ist ein Sicherheitsausbau und eines der wesentlichen Merkmale, die hundertprozentig ausschließen würden, dass es zu frontalen Zusammenstößen kommt“, erläuterte er.

"Hohe Opferzahl" auf Burgenlands Straßen

Auch ÖVP-Verkehrssprecher Georg Rosner und sein Parteikollege Patrik Fazekas, wollen einen Sicherheitsausbau für das restliche acht Kilometer lange Straßenstück. Ebenso der LBL-Abgeordnete Manfred Kölly.

Laut Landesvize Johann Tschürtz (FPÖ) werden „aufgrund der hohen Opferzahl“ auch auf der S31 seit geraumer Zeit in Zusammenarbeit mit der Landessicherheitszentrale Evaluierungen durchgeführt.

„Dabei soll erhoben werden, auf welchen Straßen- bzw. Streckenabschnitten im Burgenland Gefahr in Verzug besteht und wo eine rasche Umsetzung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen möglich ist“, erklärt Tschürtz.

Varianten für weiteren Sicherheitsausbau werden geprüft

Vonseiten der Asfinag gibt es grünes Licht für die gewünschten baulichen Sicherheitsmaßnahmen auf der S31. Wie Asfinag-Sprecherin Alexandra Vucsina-Valla dem KURIER erklärte, laufe derzeit gerade eine Variantenstudie. „Uns ist die Situation auf der S31 bewusst. Wir prüfen nun, welche Art von Sicherheitsausbau für diesen Straßenabschnitt in Frage käme.“

Noch in diesem Jahr soll die Studie vorliegen.

S4 wird doppelt so breit: Grüne warnen vor Transit

Der Sicherheitsausbau der S31 basiert auf einem Asfinag-Programm, wonach künftig alle vierspurigen Schnellstraßen mit baulicher Mitteltrennung ausgerüstet sein müssen.

Das beinhaltet auch den ab 2021 geplanten Ausbau der Schnellstraße S4 zwischen Mattersburg und dem Knoten Wiener Neustadt – Kostenpunkt rund 146 Millionen Euro.



Derzeit wird am Einreichprojekt inklusive Lärmuntersuchungen gearbeitet, das Ergebnis soll dann präsentiert werden. Laut Asfinag ist geplant, die Breite der Straße von derzeit rund 13 auf 27,5 Meter zu verdoppeln.

Dazu wird die Fahrbahn in Richtung Wiener Neustadt neu gebaut, beide Fahrtrichtungen werden künftig über  einen Pannenstreifen verfügen.


"Optimierung für Schwerverkehr"

Proteste gibt es von den Grünen, deren Sprecherin Regina Petrik warnt vor einer neuen Transitstrecke durch den Bezirk: „Die Verbreiterung dient der Optimierung für den Schwerverkehr.

Sicherheit als Argument vorzuschieben, wenn es eigentlich um den Ausbau eines Transitnetzes geht, ist hinterhältig.“ Mehr Verkehrssicherheit erreiche man durch Tempolimits und verantwortungsvolles Fahren.