Insolventer Baustoffhändler Quester schließt 9 Filialen und streicht 64 Jobs

Insolventer Baustoffhändler Quester schließt 9 Filialen und streicht 64 Jobs
Über den angebotenen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent stimmen die Gläubiger aber erst am 5. Februar 2026 ab.

Im Sanierungsverfahren der Quester Baustoffhandel GmbH findet heute, Donnerstag, die Prüfungstagsatzung am Handelsgericht Wien statt. 674 Gläubiger haben bisher rund 55 Millionen Euro Forderungen angemeldet, davon werden 12 Millionen Euro anerkannt und 43 Millionen Euro bestritten. Das berichtet Stephan Mazal von Creditreform. Die bestrittenen Forderungen werden teilweise noch geprüft und ist mit weiteren Anerkennungen zu rechnen.

"Das 1934 gegründete Traditionsunternehmen mit Hauptsitz in Wien vertreibt Baustoffe und Fliesen für Gewerbe- und Privatkunden in Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Insolvenzursache waren drastische Umsatzrückgänge seit 2022 aufgrund der Krise in der Immobilien- und Baubranche. Bis 2024 verringerte sich der Umsatz von 201 Millionen Euro auf jährlich 130 Millionen Euro. Bereits vor Insolvenzeröffnung wurde auf die gesunkenen Umsätze mit Personalabbau und Filialschließungen reagiert. Über die Quester Baustoffhandel GmbH wurde Anfang November 2025 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet", heißt es weiters.

„Das Unternehmen wird durch eine Halbierung des Filialnetzes und massiven Stellenabbau auf Sanierungskurs gebracht. Von 18 Filialen wurden bereits neun geschlossen“, sagt Stephan Mazal von Creditreform. "Schon im Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung beschäftigte die Schuldnerin nur noch 320 Dienstnehmer von ursprünglich 421. Durch die Standortschließungen werden weitere 64 Dienstverhältnisse beendet."   

Die Fortführung des Unternehmen verlaufe positiv. Über den angebotenen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent stimmen die Gläubiger aber erst am 5. Februar 2026 ab. "Der Sanierungsplan soll durch den Einstieg eines Investors sowie aus dem operativen Betrieb finanziert werden. Die Angemessenheit des Sanierungsplans aus Sicht der Gläubiger kann jedoch erst nach Abschluss der Investorengespräche beurteilt werden“, so Stephan Mazal von Creditreform.

Folgende Standorte wurden mit 16.12.2025 geschlossen.

Kärnten:

Baustoffhandel Villach, Ferdinand-Wedenig-Straße 12a, 9500 Villach/Zauchen

Fliesenhandel Villach, Bruno-Kreisky-Straße 33, 9500 Villach

Steiermark:

Baustoffhandel Graz, Kalsdorferstraße 46, 8073 Feldkirchen bei Graz

Fliesenhandel Graz Puntigam, Puntigamer Straße 124, 8055 Graz

Baustoffhandel Leoben, Waltenbachstraße 7, 8700 Leoben

Baustoffhandel Krieglach, Roseggerstraße 156, 8670 Krieglach

Wien:

Baustoffhandel Wien West, Johann-Schorsch-Gasse 1A, 1140 Wien

Niederösterreich:

Baustoffhandel Schwechat, Klederinger Straße 2, 2320 Schwechat

Baustoffhandel Mödling, Friedrich-Schiller-Straße 96a,  2340 Mödling

Kommentare