Lebe lieber ungewöhnlich: Pierre Cardins "Blasenpalast"

Der Modezar bewohnt eine Villa ohne Ecken und Kanten im Süden Frankreichs. Gemeinsam mit dem Architekten Antti Lovag hat Cardin "Le Palais Bulles" entworfen und erbaut.

"Le Palais Bulles" - Utopie oder kitschige Bausünde? Wie auch immer man dazu stehen mag, der Blasenpalast fasziniert. Pierre Cardin gilt als Erfinder der futuristischen Mode, ein Designer der seine Visionen lebt - soviel steht fest. "Le Palais Bulles" (deutsch: der Blasenpalast) hat Pierre Cardin gemeinsam mit dem spanischen Architekten Antti Lovag gestaltet. Der Palast hat weder Ecken noch Kanten. Die 25 Räume der Anlage sind kugelförmig gestaltet - daher  auch der Name der Villa. Das ungewöhnliche Haus im Süden Frankreichs erscheint wie aus einer anderen Welt: Die weichen Rundungen und ... ... die kreisförmigen Öffnungen verleihen dem Gebäude einen futuristischen Stil und sind Referenz für eine organische Architektur. Wie Bullaugen wirken die runden Fenster, die in unterschiedlichen Größen und Formen über das gesamte Haus angeordnet wurden. Die Villa schmiegt sich an die roten Felsen über Théoule-sur-Mer, einem Küstenort in der Nähe von Cannes mit einem Rundblick auf das Mittelmeer. Anfang der 1970er Jahre war der Modemacher Pierre Cardin auf der Suche nach einem Haus in Cannes, das seiner avantgardistischen Mode entsprechen würde.  Er fand es ... ... in einem der ungewöhnlichsten und bizarrsten Architekturprojekt an der Côte d’Azur - dem Blasenpalast. Er verliebte sich buchstäblich in die Pläne mit den sphärischen und sinnlichen Formen des Architekten Antti Lovag. Mit seiner Kreation wollte der Architekt weg von der für Bauwerke üblichen geraden Linie und hin zu traditionellen Formen des Lebens. Deshalb erinnert der Blasenpalast in seiner Form ... ... an Höhlen und passt sich damit an die ursprünglichen Lebensbedürfnisse des Menschen an. So schmiegt sich eine Kugel an die andere, wodurch ein Gebilde enormen Ausmaßes entstanden ist. Der Hauptraum bietet Platz für bis zu 350 Personen. Die großen Fenster in der Decke und in den Wänden lassen viel Licht in das hallenartige Zimmer. Die Öffnungen nach außen sind sorgfältig angeordnet, um mit dem Licht und den Farben der Provence zu spielen. Die Möbel bestehen aus Teilen der Sammlung von Pierre Cardin, die Stühle sind von ihm entworfen. Das Innere des Palais Bulles ist ein Labyrinth von Gängen, Räumen und Rundungen. Die Möblierung ist Teil des Hauses, rund und üppig, in Orange- und Brauntönen, die in den Siebzigern sehr en vogue waren. Im Freien gibt es keine Bänke und Tische im herkömmlichen Sinn - die Sitzgelegenheiten sind in Stein gemeißelt. Zu der Anlage gehört ein Amphitheater und ein Pool. Der Modeschöpfer Cardin besitzt zahlreiche Villen, Hotels, Medien, Schlösser und Schiffe sowie Restaurants und vier Theaterhäuser.
(KURIER.at, photopress.at (15)) Erstellt am
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