Alexander Gufler: Erfrischend einfach

Vom Goldschmied zum Designer: Alexander Gufler entwirft Interieur geradlinig und ohne Schnörkel.

Es geht auch ohne großes Tamtam: Alexander Gufler wurde heuer mit dem red dot design award ausgezeichnet. Ein wichtiger Preis für Kreative. Doch der gebürtige Südtiroler ist am Boden geblieben: Fernab von Starallüren gibt er sich locker und unkompliziert. Diese Haltung spiegelt sich auch in seinen Arbeiten wider. In seinem Wiener Atelier gestaltet er neben Sitzmöbeln und Tischen auch Tassen und Teller. IMMO traf Alexander Gufler zum Interview und hat gefragt, worauf es bei gutem Design ankommt. Woher kommt Ihre Leidenschaft für das Entwerfen von Einrichtung?

Alexander Gufler: Ich bin gelernter Goldschmied und habe einen starken Bezug zum Handwerk. Möbel waren für mich immer schon Objekte mit handwerklichem Charakter, daher kommt mein starkes Interesse. Ich habe also nach abgeschlossener Meisterprüfung Industriedesign studiert und mich nach dem Diplom auf Möbel konzentriert. Ihr "Merano-Stuhl" wurde mit dem red dot design award ausgezeichnet. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen und was sind Ihrer Meinung nach die Stärken des Stuhls?

Auszeichnungen sind sehr wichtig. Erstens steigert es den Bekanntheitsgrad und zweitens ist es ein Qualitätssiegel für die geleistete Arbeit. "Merano" besticht durch seine Einfachheit, seine konstruktiven Elemente und sein prägnantes Design. Mit welchen Schwierigkeiten hat man als junger Designer zu kämpfen?

Mit Sicherheit sich die ersten Jahre am Markt zu behaupten. Da benötigt man schon einen sehr langen Atem, da gerade am Anfang die finanzielle Situation alles andere als leicht ist. Es dauert eine gewisse Zeit vom Entwurf bis zur Produktion. Diese Zeit gilt es gekonnt zu überbrücken. Wie beschreiben Sie Ihren eigenen Stil?

Ich versuche aus wenig viel zu machen. Einfache Formen, einfach umzusetzen und dennoch qualitativ hochwertiges Design zu bieten, das sich in verschiedene Lebensräume gut einfügt. Der Farmer-Stuhl erinnert an einen Melkschemel. Welche Idee steckt dahinter?

Den Hocker habe ich für eine Ausstellung in Düsseldorf entworfen, die "Euro Design Exhibition 2011". Da ich aus Südtirol stamme und auch Österreich stark ländlich geprägt ist, war der Melkschemel der richtige Ansatz für mich. Ein weiterer Bestandteil des Konzepts war es, traditionelle Handwerkstechniken wie das Drechseln oder die Zapfenverbindung einzusetzen. Gibt es Persönlichkeiten, die Sie inspirieren?

Direkte Vorbilder habe ich nicht, aber ich bewundere Designer, die mehr durch ihre Arbeit als durch Selbstinszenierung auf sich aufmerksam machen. Was macht für Sie gutes Design aus?

Mir ist Nachhaltigkeit und der intelligente Einsatz von Materialien sehr wichtig, wie zum Beispiel Holz. Gutes Design sind für mich einfache Entwürfe: Objekte, die nicht unnötig komplex und überdesignt sind. 

www.alexandergufler.com
(KURIER) Erstellt am
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