Zwei Orcas beim Luftsprung.

Orcas tauchen üblicherweise nur um die nördlichen Küsten Englands auf.

© APA/AFP/VALERY HACHE

Wissen Wissenschaft
05/06/2021

Zwei Orcas auf Abwegen vor Südwestengland gesichtet

Für britische Naturschützer ist das Auftauchen "die erste offizielle Orca-Aufzeichnung mit Foto" seit mehr als einem Jahrzehnt.

Vor der Südwestküste Englands sind zwei Orcas gesichtet worden. Nach Ansicht von Experten ist es das erste Mal, dass die Tiere so weit im Süden des Vereinigten Königreichs aufgetaucht sind. Die Orcas, denen Wissenschaftler die Namen John Coe und Aquarius gegeben hatten, wurden von Mitgliedern der Naturschutzorganisation Cornwall Wildlife Trust in der Nähe des Freilichttheaters Minack Theatre an der Südspitze der Grafschaft Cornwall gesichtet.

Meeresbiologen fordern Schutz der Tiere

Sie konnten aufgrund der Form und Kerben ihrer Rückenflossen und Farbflecken in der Nähe ihrer Augen sowie auf dem Rücken identifiziert werden. "Dies ist die erste offizielle Orca-Aufzeichnung in unseren Datenbanken mit zugehörigen Fotos seit mehr als einem Jahrzehnt", sagte Abby Crosby, Meeresschutzbeauftragte der Organisation. Sie forderte mehr Einsatz für den Schutz der Tiere, die durch Überfischung, Fischernetze und giftige Chemikalien gefährdet sind.

Auf Irrwegen

Orcas sind in britischen Gewässern durchaus heimisch. Bisher wurden sie aber fast nur im Norden gesichtet. Für Aufsehen sorgte, als im April 2018 eine Gruppe von sechs Orcas im schottischen Fluss Clyde auftauchte und bis zu Vororten von Glasgow gelangte.

Grauwal im Mittelmeer

Dass die Riesen der Meere von ihrem Weg abkommen, passiert immer wieder. Erst Kürzlich tauchte ein Grauwal im Mittelmeer auf.

Zunächst war das Jungtier vor Italien unterwegs. Tage später suchte er an der südfranzösischen Küste einen Weg, um das Mittelmeer wieder zu verlassen.

„Seine Strategie ist gut“, sagte Eric Hansen vom französischen Amt für Biodiversität (OFB). Der Meeressäuger könnte an der spanischen Küste entlangschwimmen und dann die Meerenge von Gibraltar erreichen, die den Zugang zum Atlantik erlaubt.

Der rund acht Meter lange Wal wurde am Hafen von Sète bei Montpellier gesehen. Zuvor habe er sich bei Port-Saint-Louis-du-Rhône aus eigener Kraft aus einem Fischereinetz befreit.

Grauwale leben eigentlich in anderen Regionen der Erde, im Ostpazifik und im westpazifischen Gewässern. Der Experte sagte, der etwa 15 Monate alte Wal habe sich wohl verirrt. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass der bereits abmagerte Wal es schaffe, sein Heimatrevier im Pazifik wiederzufinden.

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