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Kannibalen verschonen meist ihre Verwandten

Forscher fanden heraus, dass die innere Abscheu dem Verspeisen von Vertrauten entgegenwirkt. Die Taten haben oft sexuellen Bezug.

08/31/2020, 01:40 PM

Kannibalen verschonen meist ihre Verwandten. Das fanden Wissenschafter der Humboldt UniversitÀt Berlin und der US-amerikanischen Princeton University heraus, wie eine am Montag veröffentlichte Studie zeigt. Eine innere Abscheu wirkt den Forschern zufolge bei diesen Schwerverbrechern dem Verspeisen von Verwandten entgegen.

Die Experten konnten fĂŒr die Zeit nach 1900 eine Vielzahl solcher FĂ€lle ĂŒber Publikationen, Internetrecherchen und Expertenbefragungen dokumentieren. Den Datensatz von insgesamt 121 Kannibalen und 631 ihrer Opfer verglichen die Forscher mit Informationen ĂŒber "gewöhnliche" Morde aus FBI-Datenbanken.

Eigene Kategorie

Es zeigte sich, dass kannibalische Morde eine eigene Verbrechenskategorie darstellen und charakteristische Eigenheiten aufweisen. Kannibalen töten demnach oft mit physischer Gewalt und seltener mit Schusswaffen. Von Kannibalen ausgefĂŒhrte Morde haben zudem oft einen sexuellen Bezug, TĂ€ter sind meist Ă€ltere MĂ€nner, die jĂŒngere Frauen töten.

Opfer sind hÀufig Fremde und nur selten Vertraute. Dass Kannibalen sehr viel seltener als andere Mörder Blutsverwandte töten, ist den Forschern zufolge eine Eigenheit, die auch bei kannibalischen Tieren beobachtet wurde.

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