Wissen
29.08.2018

Wer mehr Urlaub macht, lebt länger

Drei Wochen oder weniger Jahresurlaub führen zu einem um 37 Prozent erhöhten Risiko verfrüht zu sterben.

Längere Urlaube sorgen für ein längeres Leben – das zeigt eine aktuelle Studie, die beim Europäischen Kardiologenkongress präsentiert wurde. Untersucht wurden 1.222 männliche Manager, die zwischen 1919 und 1934 geboren wurden. Sie waren Teil der „Helsinki Businessmen Study“ und hatten zumindest einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über einen Zeitraum von 40 Jahren wurden sie hinsichtlich Arbeitszeiten, Schlafdauer und Urlaubszeiten befragt.

Höheres Risiko für frühen Tod

Das Ergebnis: Jene Studienteilnehmer mit drei Wochen oder weniger Jahresurlaub hatten ein um 37 Prozent erhöhtes Risiko, zwischen 1974 und 2004 zu versterben, als Studienteilnehmer mit längerer Urlaubszeit. „Studienteilnehmer mit kürzeren Urlauben arbeiteten länger und schliefen weniger als jene mit längeren Urlauben. Dieser stressreiche Lebensstil hat vermutlich einen stärkeren Einfluss, als die Gesundheitsinterventionen Vorteile bringen“, meint Studienautor Timo Strandberg. „Niemand soll glauben, dass man mit einem ansonsten gesunden Lebensstil zu lange Arbeitszeiten den Verzicht auf Urlaub wettmachen kann. Ferien können eine gute Methode sein, um Stress abzubauen.“

Urlaub reduziert Stress

Die im längeren Urlaub erlebte Stressreduktion kann Herz-Kreislauf-Ereignissen wie Herzinfarkt vorbeugen, insbesondere bei Menschen mit hohem Risiko dafür. Ein Teil der Männer wurde fünf Jahre lang alle vier Monate mündlich und schriftlich zu einem gesunden Lebensstil aufgefordert und bekam bei Bedarf Medikamente gegen Risikofaktoren. In der Kontrollgruppe erhielten die Teilnehmer bloß die übliche Behandlung. Studienautor Sandberg empfiehlt, dass Menschen mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen Ratschläge zum Lebensstil erhalten sollen und diese vernünftig mit modernen Medikamenten kombiniert werden.