Warum Po-Vergrößerungen boomen

In den USA nahmen die Eingriffe im vergangenen Jahr um 86 Prozent zu.

Klein und knackig oder rund und groß? Die Antwort auf die Frage, wie der ideale Po sein soll, hat sich gewandelt. Zumindest, wenn man die Nachfrage nach Schönheitseingriffen am Hinterteil in den USA betrachtet. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Po-Vergrößerungen um 86 Prozent an. Die Amerikanische Gesellschaft für plastische Chirurgie führt das vor allem auf Promis mit großem Hinterteil wie Reality-Star Kim Kardashian zurück. Insbesondere Kardashians Po sorgte immer wieder für Aufsehen. Für ein Fotoshooting für das 'Paper'-Magazin ließ sie ihre Kehrseite sogar nackt ablichten. "Es gibt viele Leute, die fasziniert sind von Promis wie Kim Kardashian, Nicki Minaj oder anderen Frauen mit größerem Po, und sie wollen auch so aussehen", sagt Michael Edwards, Präsident der American Society for Aesthetic Plastic Surgery. Zwar sind in den USA Fettabsaugen, Brustvergrößerung und Botox immer noch die beliebtesten Schönheitseingriffe. Die Nachfrage nach Po-Vergrößerungen hat aber zugenommen und ist mittlerweile der fünfthäufigste Eingriff. "Bei uns in Österreich ist die Nachfrage noch überschaubar. Die Steigerungsraten aus den USA sind derzeit noch nicht erkennbar", sagt Dr. Andreas Dobrovits, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie im Kuzbari Zentrum für Ästhetische Medizin. Aber auch hierzulande werden zwei Verfahren angeboten. Gesäß-Vergrößerungen erfolgen entweder über das Einsetzen von Silikon-Implantaten oder über Injektionen von Eigenfett. "Die Po-Vergrößerung ist schwieriger und aufwändiger als Brustvergrößerungen. Die Implantate werden im großen Gesäßmuskel über einen Schnitt in der Falte zwischen beiden Gesäßhälften positioniert", erklärt Dobrovits. Die Implantate sehen ähnlich aus wie jene für Brustvergrößerungen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen. Sie sind etwas fester als Brustimplantate für Frauen und werden in der oberen Hälfte des Pos eingesetzt. Die Implantat-Methode eignet sich bei kleinen, schlaffen, flachen oder asymmetrischen Pobacken. Werden die Implantate nicht richtig eingesetzt, können sie allerdings verrutschen. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern kann für Betroffene auch schmerzhaft sein. Umso wichtiger ist es, den Eingriff durch spezialisierte Schönheitschirurgen vornehmen zu lassen. In den ersten Tagen nach der Operation ist die Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt. Bei der zweiten Methode wird Eigenfett von anderen Körperteilen, etwa von der Hüfte oder dem Bauch in den Po gespritzt. Durch das injizierte Eigenfett werden die Pobacken angehoben. Die Korrektur mit Eigenfett wird auch als brasilianisches Po-Lifting bezeichnet. Dobrovits: "Man kann nie genau vorhersagen, ob ausreichend Fett überlebt, um die gewünschte Vergrößerung zu erreichen. Außerdem muss für diese Methode am Körper ausreichend Fett zur Entnahme sein." Die Kosten der beiden Methoden liegen bei etwa 5000 bis 8000 Euro. Sitzen ist nach beiden Eingriffen erschwert bzw. anfangs verboten. Die natürlichste und weitaus günstigere Variante für eine Po-Vergrößerung ist ein Muskeltraining speziell für die Gesäßmuskeln. Typische Übungen sind Kniebeugen (auch mit Gewichten), Treppensteigen, Bergwandern und Springen. Die "ideale" Po-Größe gibt es übrigens nicht. Laut einer aktuellen Studie der Universität von Ankara, entscheiden nicht Poform und -größe darüber, was Männern gefällt. Vielmehr ist es der Winkel der Lendenwirbelkrümmung. Gemeint ist der Übergang von der Wirbelsäule zu den Pobacken. Die Forscher zeigten 300 Männern Fotos von weiblichen Silhoutten und stellten fest: Am meisten gefällt ein Winkel von 45 Grad, also ein leichtes Hohlkreuz wie im Bild bei Jennifer Lopez.
(kurier) Erstellt am
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