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08.10.2018

Tiercoach: Soll der Hund einen Hund bekommen?

Für den Ersthund darf es durch den Zweithund keine Verschlechterung geben. Welpen passen sich gut an.

Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Die gemeinsame Geschichte reicht bis in die Eisenzeit zurück. Seither akzeptieren die domestizierten Wölfe ihren Halter als Kameraden im Rudel, der Mensch nennt den Kaniden „besten Freund“.

Hunde spielen im Alltag vieler Menschen eine wichtige Rolle, am 10. Oktober wird alljährlich daran erinnert: Es ist Welthundetag. KURIER-Tiercoach Katharina Reitl klärt zum World Dog Day, ob auch Hunde einen Hund zum Glücklichsein brauchen.

Wunsch nach dem Zweithund

„Es gibt viele Motive, die für einen Zweithund sprechen, jedes hat seine Berechtigung“, sagt Reitl. Manche Halter wünschen sich tierische Gesellschaft für ihren Liebling. Einige wollen einem verwaisten Vierbeiner ein Zuhause geben. Andere suchen sich zum älteren Tier ein junges, das sich sportlich noch entwickeln kann.

Einzelgänger

Doch die Wünsche des Halters sollen nicht im Vordergrund stehen: „Man muss immer beachten, dass es für den Ersthund passt“, betont die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Hunde können wie „typische Einzelkinder“ sein, die gewöhnt sind, dass sich alles um sie dreht; die Spielzeug nicht teilen wollen; die alle Liegeplätze für sich beanspruchen. Darüber hinaus gibt es Eigenbrötler, die nichts von Artgenossen wissen wollen, die sich mitunter mit anderen gar nicht vertragen. Das Verhalten Besuchshunden gegenüber oder auf der Hundewiese gibt Aufschluss. Auch Tierärzte und Hundetrainer können beraten.

Welpen

„Am einfachsten ist es, einen Welpen aufzunehmen“, sagt der Zoodoc. Es liegt in der Natur, Jungtiere eher zu beschützen als zu verbellen. Bei älteren Hunden kann die Vergesellschaftung schwieriger sein. Ungeachtet des Alters braucht die Annäherung Zeit. Am besten, man trifft sich zu einem Spaziergang, ermöglicht ein Beschnuppern und geht dann gemeinsam ins Haus. „Für den Ersthund darf es keinesfalls zu einer Verschlechterung kommen“, sagt Reitl. Gewöhnen sich die Hunde nicht aneinander, muss der Zweithund wieder gehen.

Kosten & Bereicherung

„Ein Hund mehr verursacht nicht viel Arbeit, aber er braucht zusätzlichen Platz – daheim, im Auto, auf Urlaub, im Lokal“, gibt der Tiercoach zu bedenken. Auch finanziell belastet ein weiteres Haustier, Futter und Tierarzt kosten. Reitl resümiert: „Man muss sich die Entscheidung für einen Zweithund gut überlegen. Dann kann er eine tolle Bereicherung sein.“

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