Fette Katzen leiden häufiger an Diabetes als schlanke.

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Wissen
01/07/2019

Tiercoach: Neujahrsvorsatz Abnehmen: Diät macht Haustiere fit

Dicke Hunde und fette Katzen leiden unter dem Übergewicht. Kilos zu reduzieren, ist mühsam. Nur Konsequenz bringt Erfolg.

Die Lunge ist überfordert, die Leber verfettet, die Gelenke sind strapaziert, Herz und Kreislauf stark belastet. Ausgefressene Hunde sterben im Schnitt zwei Jahre früher als Leichtgewichte, dicke Katzen erkranken doppelt so oft an Diabetes wie schlanke Artgenossen. Übergewicht ist auch bei Haustieren meist ein Wohlstandsproblem.

Neujahrsvorsatz

„Abnehmen bietet sich zum Neujahr an“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der gute Vorsatz zählt auch bei Menschen traditionell zu den Top-Ten-Vorhaben nach Silvester. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wie die Diät gelingt.

Simple Rechnung

In Mitteleuropa leiden mehr als 30 Prozent der Hunde und Katzen an Adipositas – mit schädlichen Folgen für die Gesundheit. „Es ist eine simple Rechnung: Um Gewicht zu reduzieren, müssen mehr Kalorien verbraucht als gefressen werden“, sagt Reitl.

Weniger Kalorien

Haustiere auf Diät zu setzen, ist meist mühsam: Ein Dackelblick untergräbt schnell die Fütterdisziplin, eine raunzende, beißende, pinkelnde Katze erbettelt sich rasch Leckerlis. Für ein erfolgreiches Diätprogramm muss daher fix geregelt sein, wer was wann in den Napf gibt. Mit kohlenhydratarmer Fertignahrung und speziellem Diätfutter lassen sich Kalorien sparen. Niemand darf zusätzlich Naschereien zustecken; auch wenn Liebe durch den Magen geht. Nicht zuletzt muss alles Essbare außer Reichweite des Lieblings gestellt werden; Selbstbedienung ausgeschlossen.

Mehr Bewegung

„Kalorienreduzierte Kost ist das eine, erhöhte Aktivität das andere“, betont die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Hunde können sich bei ausgedehnten Spaziergängen auspowern. Der Aktionsradius wird mit dem Training laufend vergrößert. Bei Katzen kann der Spieltrieb für mehr Bewegung genützt werden. „Zwei mal durch die Wohnung hetzen, reicht aber nicht“, sagt der KURIER-Tiercoach.

Der Tierarzt hilft

Konsequenz ist gefragt. Denn: „Natürlich fängt das Problem beim Menschen an. Wenn die Schüssel leer ist, kann es gar nicht zur Fettsucht kommen“, appelliert Reitl an die Vernunft der Halter. Lassen sich keine Rippen ertasten, verschwinden Schulterblatt und Hüftknochen unter Speckfalten, muss dringend gegengesteuert werden. Ein rasseabhängiger Body-Mass-Index dient als Richtwert; der Tierarzt berät.

„In manchen Situationen ist ein dickliches Tier zu akzeptieren“, schließt Reitl: „Hund bzw. Katze sollen nicht nur gesund, sondern auch glücklich sein.“

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