Taschengeld: Wie viel sollten Kinder bekommen?
Taschengeld ist für die einen heiß ersehnt, für die anderen eine pädagogische Mission. Muss man es geben? Wie viel ist genug? Und ab wann ist der Nachwuchs bereit, über Süßigkeiten, Spiele oder Ersparnisse selbst zu entscheiden?
Gibt es in Österreich einen gesetzlichen Anspruch auf Taschengeld?
In Österreich ist Taschengeld keine gesetzlich vorgeschriebene Leistung, sondern eine freiwillige Entscheidung der Eltern. Weder im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch noch in anderen familienrechtlichen Bestimmungen gibt es eine Verpflichtung zur Auszahlung. Familien legen selbst fest, ob und in welcher Höhe Kinder Geld erhalten. Viele Fachstellen empfehlen es dennoch als festen Bestandteil der Erziehung, um Kindern den Umgang mit Geld zu vermitteln.
Fördert Taschengeld die Finanzbildung?
Taschengeld trägt zur finanziellen Erziehung bei. „Kinder lernen, ein Budget zu planen, Wünsche zu priorisieren und zu sparen“, heißt es bei der Schuldenberatung Österreich. Wichtig bleibt der Umgang mit Bargeld – gerade in Zeiten zunehmender Kartenzahlung.
Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll?
Taschengeld ist ein Trainingsfeld, um den Wert von Geld und die Folgen von Entscheidungen zu erproben. Der ideale Zeitpunkt für den Einstieg liegt rund um den Schulbeginn: Zwischen sechs und acht Jahren können Kinder rechnen und erste Erfahrungen mit einem kleinen Budget sammeln, heißt es auf der Online Plattform des Bundeskanzleramts oesterreich.gv.at.
Wie hoch sollte Taschengeld sein?
Die Höhe ist gesetzlich nicht festgelegt. Die Experten empfehlen je nach Alter steigende Beträge: Ein bis zwei Euro pro Woche für Jüngere und ab 16 Jahren 20 bis 25 Euro pro Monat. Entscheidend ist, dass Kinder den Wert des Geldes schätzen lernen und Spielraum für eigene Entscheidungen haben.
Wie oft soll Taschengeld ausbezahlt werden?
Das Familienministerium empfiehlt, jüngeren Kindern das Geld wöchentlich zu geben, da sie kürzere Zeiträume leichter überblicken können. Ältere Jugendliche sollten ihr Taschengeld monatlich erhalten, um den Umgang mit größeren Summen zu lernen.
Wie fördert Geld die Eigenverantwortung?
Eltern sollten Taschengeld als pädagogisches Lerninstrument verstehen und es regelmäßig in einer festen Höhe auszahlen – unabhängig von Lob, Strafe oder Verhalten des Kindes. So lernen Kinder wie Erwachsene mit einem festen Einkommen zu wirtschaften. Die Ausgaben sollten sie in einem altersgerechten Rahmen selbst bestimmen dürfen, auch wenn Fehlkäufe passieren. Diese Erfahrungen sind wichtig, um den Wert von Geld zu begreifen und eigenverantwortliche Entscheidungen zu üben.
Was müssen Eltern weiterhin finanzieren?
Taschengeld ersetzt nicht die elterliche Versorgungspflicht. Laut dem österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch müssen Eltern für die angemessene Lebensführung und Erziehung ihrer Kinder sorgen (siehe § 138). Taschengeld sei eine Ergänzung zur elterlichen Versorgung.
„Dinge wie Kleidung, Schulsachen, Essen oder Freizeitaktivitäten sollten von den Eltern bezahlt werden“, empfiehlt das Serviceportal des Kanzleramts. Die Experten betonen jedoch, dass Eltern weiterhin Unterkunft, Verpflegung, Kleidung, Schulmaterialien und medizinische Versorgung finanzieren müssen, während Taschengeld für persönliche Wünsche oder kleine Extras gedacht ist.
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