Bei einer Lungenembolie verschließt ein Blutpfropfen für die Atmung lebenswichtige Gefäße.

© nerthuz/Fotolia

Ärzte warnen
07/13/2015

Lungenembolie kann jeden treffen

35-jähriger Politiker verstorben. Was bei der Erkrankung passiert.

Er wurde nur 35 Jahre alt: Völlig überraschend starb am Montag der deutsche CDU-Politiker Philipp Mißfelder. Nach Angaben aus Parteikreisen erlag Mißfelder einer Lungenembolie.

Als Lungenembolie bezeichnen Mediziner den Verschluss einer Lungenarterie. Ursache ist meist ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel aus dem Bein- oder Beckenbereich. Diese Gerinnsel werden Thromben genannt. Werden sie fortgeschwemmt, können sie in einem Blutgefäß der Lunge steckenbleiben und für die Atmung lebenswichtige Adern verstopfen. Wird ein größeres Gefäß verschlossen, besteht Lebensgefahr. Bei schweren Fällen - die Durchblutungsbehinderung liegt bei über 50 Prozent - kann das Lungengewebe absterben, Ärzte sprechen dann von einem Lungeninfarkt. Einen solchen erlitt im Jahr 2011 auch der damalige VP-Chef und Vizekanzler Josef Pröll. Als Folge hatte er sich von der Politik zurückgezogen.

Blutverdünnung

Eine Lungenembolie kann zu Atemnot, blutigem Auswurf und durch eine Überlastung der rechten Herzkammer zum Tod durch Herzversagen führen. Das Risiko einer Lungenembolie steigt unter anderem bei längerer Bettlägerigkeit, aber auch nach Operationen, Entbindungen oder bei manchen Vorerkrankungen wie Blutgerinnungsstörungen. Pro 1000 Einwohner erkranken in Industriestaaten jährlich ein bis zwei an einer solchen "venösen Thromboembolie" (VTE).

Generell kommen Lungenembolien gar nicht so selten vor, betroffen sind meist Über-50-Jährige. Häufig verstopfen aber nur kleinere Lungenarterien.

In der Regel ist nach einer Lungenembolie auch nicht die Lebensqualität beeinträchtigt. Die Patienten müssen allerdings lebenslang blutverdünnende Meidkamente einnehmen.

Symptome

Eine Thrombose ist für den Patienten nicht immer leicht zu erkennen. „Oft sind es ganz alltägliche Beschwerden, wie geschwollene Fußknöchel oder schmerzende Waden, die ernst genommen werden sollten. Herzrasen, Atemnot und Brustschmerz deuten auf eine mögliche Lungenembolie hin. Bei derartigen Beschwerden sollte sofort ein Arzt aufgesucht oder ein Rettungswagen gerufen werden“, so Prof. Dr. Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin – Angiologie am Klinikum Darmstadt und wissenschaftlicher Leiter des Aktionsbündnis Thrombose in einer Aussendung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie.


eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.