Demenzrisiko durch Schlafmittel: Links ein an Alzheimer erkranktes Gehirn, rechts ein gesundes

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Warnung
09/10/2014

Langer Konsum von Schlafmitteln erhöht Risiko für Alzheimer

Benzodiazepine sollten maximal zwölf Wochen lang eingenommen werden.

Wissenschafter warnen vor einer Langzeitanwendung von bestimmten Schlafmitteln und Mitteln gegen Angststörungen (Benzodiazepine): Eine französisch-kanadische Studie zeigte jetzt, dass eine Einnahme über einen Zeitraum von drei Monaten und länger das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, um bis zu 51 Prozent erhöht. "Benzodiazepine sind mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko assoziiert", schreibt die Studienleiterin Sophie Billioti de Gage von der Universität von Bordeaux im British Medical Journal.

Für die Studie wurden 2000 Fälle von Alzheimer-Erkrankungen bei Einwohnern von Quebec untersucht, die älter als 66 Jahre waren. Allen wurden Benzodiazepine verschrieben. Diese Fälle wurden mit den Daten von 7000 gesunden Menschen aus der Region verglichen. Fazit: Bei den Benzodiazepin-Konsumenten zeigte sich das erhöhte Demenz-Risiko. Allerdings: Ob dieses erhöhte Demenz-Risiko wirklich durch die Medikamente verursacht wird, ist nicht geklärt.

Eric Karran, Direktor von "Alzheimer's Research" in Großbritannien gegenüber BBC: "Die Aussagekraft der Studie ist insoferne begrenzt, als dass mit Benzodiazepinen Symptome wie Ängstlichkeit und Schlafstörungen behandelt werden. Diese Symptome können aber auch erste Anzeichen einer bereits bestehenden Alzheimer-Erkrankung sein."

Diskussion über Medikamenteneinsatz

Doch viele Experten sehen in den Medikamenten tatsächlich auch einen eigenständigen Alzheimer-Auslöser. James Pickett. Forschungschef der "Alzheimer Gesellschaft" in Großbritannien: "Die Evidenz, dass ein Langzeiteinsatz von Benzodiazepinen das Demenzrisiko erhöht ist signifikant. Das löst Fragen über ihren Einsatz aus." Schon seit längerem werden Nebenwirkungen von Benzodiazepinen auf die geistige Leistungsfähigkeit kritisch diskutiert.

Das Team der französisch-kanadischen Studie betont, die Studie sei ein Warnzeichen, dass eine Behandlung mit Benzodiazepinen einen Zeitraum von drei Monaten nicht überschreiten sollte. In vielen Leitlinien wird eine maximale Einnahmedauer von acht bis zwölf Wochen empfohlen.

Ärzte sollten genau die Vorteile und Risiken einer Benzodiazepin-Einnahme bei älteren Menschen abwägen, sagen die Studienautoren.

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