Wissen
27.07.2018

Hohe Zahl an FSME-Fällen: Ärztekammer ruft zur Impfung auf

Schon 84 Menschen sind heuer erkrankt, mindestens drei an den Folgen der Infektion verstorben.

ie Österreichische Ärztekammer ruft zur dringenden FSME-Impfung auf. Denn: Schon mindestens 84 Menschen sind heuer in Österreich nach Zecken-Stichen an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkrankt, zumindest drei davon sind an den Folgen der Infektion gestorben. Alle in Österreich lebenden Menschen sollen laut Ärztekammer beim Arzt überprüfen lassen, ob eine Auffrischungsimpfung nötig ist bzw. sich impfen lassen.

"FSME ist eine schwere Erkrankung, die wir bis dato nicht heilen können und die bis zum Tod führen kann. Dieses Gefahr lässt sich mit einer korrekten FSME-Impfung komplett vermeiden – jeder sollte für sich und insbesondere für seine Kinder diese Möglichkeit nutzen und kein unnötiges Risiko eingehen", betont der Leiter des ÖÄK-Impfreferats, Rudolf Schmitzberger. Die Impfempfehlung gilt für das gesamte Bundesgebiet.

Auch im laufenden Sommer sei es noch nicht zu spät für die Impfung. Die Saison dauere infolge der Klimaerwärmung mittlerweile bis weit in den Herbst hinein.

Impfplan

Der Österreichische Impfplan empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Im Einzel- und Ausnahmefall kann die Impfung auch schon ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat verabreicht werden. Für Kinder gibt es einen eigenen Impfstoff. Die Impfstoffe sind grundsätzlich gut verträglich. Nach der ersten Teilimpfung besteht noch kein kompletter Impfschutz, dieser erhöht sich aber mit der zweiten Teilimpfung und liegt nach der dritten bei de facto hundert Prozent.

Generell besteht die Impfung aus einer dreiteiligen Grundimmunisierung (ein- bis mehrmonatige Intervalle) und laufenden Auffrischungsimpfungen: die erste nach drei Jahren, dann alle fünf Jahre. Ab dem 60. Lebensjahr ist eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter weniger schnell reagiert.

Wenn nötig, kann auch ein Schnellimmunisierungsschema zum Einsatz kommen, bei dem die zweite Teilimpfung je nach verwendetem Impfstoff bereits nach einer bzw. zwei Wochen und die dritte Teilimpfung nach drei Wochen, respektive fünf Monaten durchgeführt wird.