Symbolbild.

© KURIER

Wissen Gesundheit
09/28/2021

Wie groß ist das Ansteckungsrisiko im Flugzeug?

Eine Untersuchung von Flügen mit insgesamt knapp 4.500 Verdachtsfällen zeigt, wie hoch die Gefahr ist, sich in der Luft mit dem Virus zu infizieren.

Seit Beginn der Pandemie haben Reiseaktivitäten deutlich abgenommen. Ein Grund dafür sind befürchtete Ansteckungen im Flugzeug. Chinesische Forscher untersuchten nun anhand von internationalen Flügen nach Peking, wie viele Ansteckungen auf jenen Flugreisen stattfanden, bei denen Covid-Infizierte mitflogen. Alle Passagiere und alle Crew-Mitglieder mit Infektionsverdacht, die auf internationalen Flügen nach Peking flogen, wurden in die Studie aufgenommen. Die Forscher analysierten die Charakteristiken aller bestätigten Coronavirus-Infektionen und ermittelten das Infektionsrisiko während der Flüge zwischen 1. März bis 31. März 2020. Auf Basis der Reproduktionszahl von SARS-CoV-2 ermittelten die Forscher eine Schätzung der infektiösen Einheiten, die pro infiziertem Mensch und pro Stunde abgegeben wurden.

161 bestätigte Fälle

Innerhalb dieses Zeitraums waren 4.492 Fluggäste und Crew Verdachtsfälle, von denen 161 als SARS-CoV-2-positiv bestätigt wurden. 40 dieser infizierten Personen (24,8 %) waren asymptomatisch während des Flugs, 121 (75,2 %) hatten dagegen Symptome eines Atemwegsinfekts. Die häufigsten Symptome waren Husten (34,8 %), Fieber (32,9 %) und Fatigue (14,3 %). Die durchschnittliche Dauer ab Ankunft bis zum Krankheitsbeginn betrug 2,4 Tage. Ab Ankunft des Fluges bis Bestätigung der Infektion vergingen im Schnitt 2,7 Tage. Bis 1. August 2020 waren alle 161 Patienten aus der Behandlung entlassen, niemand verstarb. Zwei weitere Personen wurden als infiziert bestätigt und wurden möglicherweise an Bord ihres Fluges angesteckt.

Risiko unter ein Promille

In einem mathematischen Modell berechneten die Forscher, dass etwa 375 infektiöse Einheiten pro Stunde vorlagen. Aufgrund der Filtereigenschaften der Luftanlagen in den Flugzeugen sowie der zu tragenden Mund-Nasen-Masken betrug die Zahl effektiver infektiöser Einheiten dagegen nur vier pro Stunde (quanta/h). Das Risiko pro Person, sich im Laufe eines 13-stündigen Fluges in der Economy Class anzustecken, betrug demnach 0,56 Promille für den Fall einer infektiösen Person an Bord.  

Das Tragen von Mund-Nase-Masken bzw. medizinischer Masken im Flugzeug, so das Fazit der Forscher, reduziert die Ansteckungsgefahr zusammen mit dem Lüftungssystem an Bord signifikant. Die Zahl von Ansteckungen an Bord lag demnach bei unter 1 Promille. Die Studie ist im Fachjournal Annals of Medicine erschienen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.