Logopäden unterstützen Social-Media-Verbot für Kinder
Immer mehr User und Userinnen berichten im Netz, dass sie E-Mails zur Zurücksetzung ihres Instagram-Passworts bekommen haben.
In die Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche schalten sich immer mehr Berufsgruppen ein.
In einem offenen Brief an die politischen Entscheidungsträger fordert etwa der Berufsverband der Logopäden (logopädieaustria) wirksame und nachhaltige Maßnahmen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ein Verbot könne aber nur ein erster Schritt sein, wurde betont. Auch die Vorbildrolle von Erwachsenen im Umgang mit neuen Medien müsse hinterfragt werden.
"In unserer täglichen Arbeit erleben wir die langfristigen Folgen eines problematischen Medienkonsums und versuchen mit hohem fachlichen und finanziellen Aufwand, diese abzumildern", teilten Österreichs Logopädinnen und Logopäden am Donnerstag mit. Ziel sollte jedoch nicht nur ein Verbot sein, sondern die Förderung eines langfristigen gesunden und bewussten Medienumgangs.
Im Arbeitsalltag hätten Logopäden immer öfter mit Kindern mit Kommunikations-, Aufmerksamkeits- und anderen Entwicklungsstörungen im Bereich Sprache, Sprechen, Hören, Kommunikation und Nahrungsaufnahme zu tun. Wissenschaftliche Erkenntnisse würden deutlich zeigen, dass ein übermäßiger und zu früh einsetzender digitaler Medienkonsum die kindliche Entwicklung beeinträchtigen und bestehende Entwicklungsstörungen verstärken kann.
Diese Entwicklungen stellen eine zunehmende Belastung für das Gesundheits- und Bildungssystem dar, warnt die Berufsgruppe.
Eltern müssen bessere Vorbilder sein
Eine zentrale Rolle spiele dabei auch das Medienverhalten der Bezugspersonen. "Wenn Kleinkinder nicht ausreichend Aufmerksamkeit, Beziehung und Interaktion erfahren, weil digitale Geräte die elterliche Präsenz verdrängen, fehlen grundlegende Voraussetzungen für eine gesunde emotionale, soziale und kommunikative Entwicklung", heißt es in der Aussendung.
Ein bewusster und altersgerechter Umgang mit digitalen Medien sei daher wesentlicher Bestandteil der Prävention.
In den vergangenen Jahren sei dieses Bewusstsein jedoch zunehmend verloren gegangen. Aus Sicht der Logopädinnen und Logopäden brauche es daher breite, niederschwellige und regelmäßige Informationsangebote für die Bevölkerung, frühzeitige Beratung und Unterstützung für Eltern und eine stärkere Verankerung relevanter Berufsgruppen im Rahmen des Eltern-Kind-Passes.
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