Viel Salz lässt bei Männern das Gedächtnis schneller altern
Zu viel Salz kann bei Männern kognitiven Abbau beschleunigen, zeigt eine aktuelle Studie.
Eine salzreiche Ernährung könnte bei Männern zu einem schnelleren Abbau des Gedächtnisses führen. Das zeigt eine neue Studie der australischen Edith Cowan University (ECU). Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Natriumaufnahme und dem episodischen Gedächtnis – jener Form der Erinnerung, mit der persönliche Erlebnisse und konkrete Ereignisse aus der eigenen Vergangenheit abgerufen werden.
Für die Studie analysierten die Forschenden die Natriumaufnahme und die kognitive Entwicklung von 1.208 Personen über einen Zeitraum von 72 Monaten. Dabei zeigte sich: Männer mit hoher Natriumzufuhr verloren ihre episodische Gedächtnisleistung deutlich schneller. Bei Frauen konnte kein entsprechender Zusammenhang festgestellt werden.
„Die männlichen Studienteilnehmer wiesen zudem einen höheren Blutdruck auf, der durch die Natriumaufnahme beeinflusst wird. Es sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, insbesondere zu geschlechtsspezifischen Ansätzen und dazu, wie die Natriumzufuhr als veränderbarer Lebensstilfaktor genutzt werden könnte, um den Beginn der Alzheimer-Erkrankung hinauszuzögern“, sagte die ECU-Forscherin Dr. Samantha Gardener.
Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Natrium ist für zahlreiche körperliche Funktionen unerlässlich. Ein dauerhaft hoher Salzkonsum wird jedoch seit Langem mit Bluthochdruck und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die australischen Gesundheitsbehörden empfehlen Erwachsenen, nicht mehr als 2.000 Milligramm Natrium pro Tag zu konsumieren. Das entspricht etwa einem Teelöffel Salz – oder beispielsweise drei bis vier Stücken Pizza, zwei Burgern oder rund 150 bis 180 Gramm Schinken.
Die genauen biologischen Mechanismen sind laut Gardener noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass eine hohe Natriumaufnahme Entzündungsprozesse im Gehirn fördern, Blutgefäße schädigen und die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen könnte.
„Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen einer höheren Natriumaufnahme und der kognitiven Leistungsfähigkeit, doch es sind weitere Studien notwendig, um vollständig zu verstehen, wie und warum dieser Zusammenhang besteht“, so Gardener.
„Frühere Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Salzkonsum zu Prozessen im Gehirn beitragen könnte, die mit kognitivem Abbau verbunden sind. Weitere Forschung ist jedoch entscheidend, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu klären und künftige Ernährungsempfehlungen zur Verringerung des Demenzrisikos zu entwickeln.“
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