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Nicht nur Fitness: Wie Radfahren auf die Psyche wirkt

Radfahren kann mehr als nur fit machen: Es kann auch die Stimmung, das Denken und seelische Wohlbefinden verbessern.
Ein Radfahrer fährt am Rhein entlang.

Radfahren gilt als Klassiker für Herz, Kreislauf und Fitness. Doch eine neue Übersichtsarbeit zeigt: Die Wirkung reicht offenbar weiter. Radfahren kann auch das psychisches Wohlbefinden, die Stimmung, soziale Verbundenheit und geistige Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen.

Für die Studie wurden 87 Interventionsstudien aus 19 Ländern ausgewertet. Die Forschenden betrachteten nicht nur, ob Menschen, die Rad fahren, gesünder sind. Sie untersuchten gezielt Programme, in denen Radfahren als Maßnahme eingesetzt wurde – vom Ergometer im Labor über E-Bikes bis zu Mountainbike-Programmen im Freien. 

Bewertet wurden vier Bereiche: psychisches Wohlbefinden, soziale Effekte, Stimmung und kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Verarbeitungsgeschwindigkeit.

Das Gesamtbild: In der Mehrheit der Studien zeigte Radfahren positive Effekte. Berichtet wurden unter anderem bessere Stimmung, weniger depressive Symptome, mehr Selbstwirksamkeit, stärkere soziale Verbindung und Verbesserungen bei bestimmten Denk- und Aufmerksamkeitsleistungen. Besonders konsistent waren die positiven Ergebnisse bei Programmen, die über mehrere Einheiten liefen und im Freien stattfanden.

Das ist ein wichtiger Punkt: Nicht jede Form von Radfahren wirkte gleich. Viele Studien fanden zwar auch beim Indoor-Radfahren Effekte, etwa bei Denkaufgaben. Negative Ergebnisse traten aber vor allem in Laborstudien auf, in denen Menschen sehr intensiv oder bis zur Erschöpfung radelten. Das spricht dafür, dass „mehr“ nicht automatisch besser ist. Zu harte Belastung kann kurzfristig auch unangenehm sein oder die Stimmung drücken.

Warum Radfahren mehr bewirken könnte als reine Bewegung, erklären die Autorinnen und Autoren mit mehreren Faktoren. Neben körperlichen Effekten könnten auch Naturerleben, soziale Kontakte und eine sinnvolle Routine eine Rolle spielen. 

Wer regelmäßig draußen radelt, bewegt sich nicht nur, sondern erlebt Umgebung, Selbstständigkeit und oft auch Gemeinschaft. Genau diese Kombination könnte für das Wohlbefinden bedeutsam sein. Radfahren ist also nicht nur ein Training für Beine und Herz, regelmäßig und gut dosiert, in einem angenehmen Umfeld kann es auch Kopf und Stimmung guttun.

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