Arthroskopische Schulter-OP im Orthopädischen Spital Speising.

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Wissen Gesundheit
02/01/2021

Probleme mit den Gelenken: Schlüsselloch-Eingriffe nehmen stark zu

Internationaler Tag der Arthroskopie: Gelenksverletzungen und -erkrankungen werden immer öfter ohne große Schnitte durchgeführt: "Stille Revolution in der Orthopädie".

von Ernst Mauritz

Die „Schlüsselloch-Chirurgie“ – die sogenannte Arthroskopie – erlebt in der Chirurgie derzeit einen enormen Aufwind. Immer mehr Eingriffe an Schulter, Ellenbogen, Hand, Hüfte, Knie oder Sprunggelenk werden arthroskopisch durchgeführt, millimeterkleine Instrumente spielen dabei eine Hauptrolle. Darauf machen anlässlich des heutigen „Internationalen Tags der Arthroskopie“ (1. 2.) zwei Wiener Krankenhäuser – das Orthopädische Spital Speising und das Herz-Jesu Krankenhaus – aufmerksam.

Bei der Arthroskopie handelt es sich um eine Gelenksspiegelung und -behandlung, bei der kleinste Kameras (mit nur rund vier Millimeter Durchmesser) und eine starke Kaltlichtquelle zum Einsatz kommen. Mit ihnen dringt der Arzt direkt an den Ort der Behandlung vor und kann dort unter Sichtkontakt eine Diagnose stellen und die Behandlung durchführen.

Viele Vorteile

„Die Arthroskopie hat für den Patienten und den Operateur viele Vorteile“, sagt Christian Wurnig, Leiter der auf Sportorthopädie und Arthroskopie spezialisierten I. Abteilung in Speising. Diese sind insbesondere geringes Trauma (also wenig Blutverlust, geringe Inanspruchnahme der Muskelfasern und Weichteile), kürzere OP-Zeiten und schnellere Remobilisation der Patientinnen und Patienten. Gerald Ch. Loho, Vorstand der II. Orthopädischen Abteilung im Herz-Jesu Krankenhaus, verweist auf Fortschritte durch neue Methoden und Technologien: „Neue Entwicklungen im Bereich hochauflösender Bildgebung mittels Ultra-High-Definition-Kameras sind Standard und ermöglichen, dass arthroskopische Behandlungen auch bei kleinen Gelenken wie Ellenbogen, Hand- und Sprunggelenk durchgeführt werden können. Jedes Gelenk hat eine eigene Anforderung an diese Anwendung.“

Ähnlich auch Wurnig: Die verbesserten Technologien „bieten dem Chirurgen einen einzigartigen Überblick über die umliegenden Gewebe, Muskelfasern, Sehnen und Knochen. Es ist eigentlich in den letzten Jahren eine stille Revolution in der Arthroskopie vor sich gegangen“.

Großes Behandlungsspektrum

Das Behandlungsspektrum mittels Arthroskopie ist heute groß: So kann vor allem bei ausgedehnten Meniskusrissen durch eine Arthroskopie in den meisten Fällen der Meniskus wieder genäht und dadurch erhalten werden, erläutert Loho. Im Gegensatz zu einer offenen Operation wird bei einer Schulterarthroskopie weniger Gewebe verletzt. Am Handgelenk wiederum liegt das größte Einsatzgebiet dieser OP-Methode in der Diagnostik. Die Schlüsselloch-Chirurgie ermöglicht etwa eine Früherkennung und -therapie von Läsionen, wie zum Beispiel Verletzungen der Bänder oder Knorpel. Vielseitig sind auch die Einsatzmöglichkeiten am Sprunggelenk.

Eine Besonderheit stellt die Spiegelung des Ellenbogens dar, die technisch sehr anspruchsvoll ist. Ein weiterer Vorteil der Arthroskopie: Immer mehr Patienten können tagesklinisch behandelt werden – sie können also schon am Tag der Operation wieder nach Hause gehen.

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